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Pilgern für die Einheit der Christen – Himmelfahrt 2011

5 Jun

27. Mai 2011 – 5. Juni 2011

Von der Wartburg/Eisenach

über Fulda

zum Kloster Kreuzberg

1. Juni 2011 Von Hünfeld nach Fulda

5 Jun

Von Gabriele

Das Kloster Hünfeld hat am Morgen zwei geistliche Zeiten, zum einen eine Prozession durch den Park, danach die Laudes, die morgendliche Gebetszeit nach dem Stundengebet und die anschließende Eucharistiefeier. Für den Park stehe ich nicht früh genug auf, aber pünktlich um 6.30 Uhr bin ich bei den Laudes dabei und genieße das morgendliche Versenken in Gott, den noch unbelasteten Geist gleich Gott zuzuwenden. Ich sehe weiter vorne Monika. Sie wollte ganz früh aufstehen und schon im Park dabei sein. Schön, dass sie es geschafft hat.

Um 7.30 treffen wir uns zum Frühstück im Essensraum und auch hier werden wir wunderbar verwöhnt. Es gibt ein Frühstücksbuffet mit Cerealien, Obst, Brötchen & Brot, Wurst, Käse und süßem Aufstrich, Joghurt und Saft. Auf den Tischen stehen Thermoskannen mit Kaffee. Wir genießen und lassen uns Zeit. Unsere heutige Strecke beträgt 23 km. Renate hat sich entschieden, heute mit dem Zug nach Fulda zu fahren, um sich zu schonen. An der Pforte bedanken wir uns nochmals für die freundliche Aufnahme.

Kloster Hünfeld

Kloster Hünfeld

Als wir nach draußen treten, erwartet uns ein frischer, eher regnerischer Morgen. Böse bin ich da gar nicht drum, denn wir hatten schon viel schönes Wetter. Renate überlässt Lesya ihren tollen Regenponcho und wir bringen sie gemeinsam zum Bahnhof, es wird nur eine kurze Fahrt nach Fulda sein.

Von Renate

Mein ganz besonderes Erlebnis hatte ich im Dom zu Fulda.

Der Dom zu Fulda

Ich hatte wegen vieler Blasen diese Etappe ausgelassen und bin mit dem Zug nach Fulda gefahren. Allein auf mich gestellt, bin ich zur Domsakristei gegangen, habe dort meinen Rucksack abstellen dürfen und hatte dann noch viel Zeit für mich. Also was tun,nun erst einmal wollte ich mir das Innere der Kirche ansehen. Mein Weg führte mich umgehend zur Jesusstatue mit dem heiligen Herzen. Ich setzte mich ihm gegenüber, und sofort empfand ich eine tiefe Verbundenheit zu ihm. Was geschah da mit mir . Wunderbare Energien durchdrangen meinen Körper und meinen Geist , es war ein Hochgefühl. Ich hätte tanzen,singen und lachen können. Ganz in mir habe ich mit diesem Jesus eine tiefe Verbundenheit gespürt, ohne in Trance zu sein. Es war einfach schön,ich musste lächeln. Ach könnte es wohl immer so sein, dachte ich. Diese Gefühl will ich leben, ehren und mir erhalten. Es ist wunderbar als Mensch unter Menschen zu leben.  Lesya sagte zu Recht. LEBEN IST SCHÖN! Das kann man auch sehen an ein paar Bildern meines Tages in Fulda:

Im Garten hinter dem Dom

An der Südseite des Doms

In Richtung Dom-Museum

Weiter von Gabriele

Wir suchen uns unsere Muscheln und finden schnell aus der Stadt heraus. Zunächst verläuft der Weg recht nah der Autobahn, doch es gibt unterwegs immer wieder auch sehr schöne Kapellchen. In Rückers kehren wir in die Kirche ein und dort begrüßt uns der Patron unseres Weges – Jakobus der Ältere, in seiner Pilgerkluft mit Pilgerstab, Kalebasse und Jakobsmuschel auf seinem Mantel. Es wird heute generell ein Tag der Kircheneinkehr – mit draußen rasten ist heute nix.

Jakobus - St. Jacques - Santiago - der Pilger

Doch die Kirchen unterwegs sind auch offen und so können wir uns eine Weile hineinsetzen, um zu rasten und zu beten. Unsere Regel „wenn du ein Problem mit jemandem hast, dann bete mit ihm“ ist bisher nicht sehr erfolgreich eingesetzt worden. Es wurde füreinander und als Gruppe miteinander gebetet. Aber das Zwei nach klarer Absprache für ein aktuelles Problem zwischeneinander beten, dazu hat es nicht gereicht. Wir scheuen den Konflikt, der auftreten könnte, wenn man den Anderen anspricht und die Frage: „Wieso, welches Problem hast du denn mit mir?“ oder vielleicht sogar die zugehörige Aussprache.

Trotzdem gärt es in der Gruppe, es gibt Konflikte. Wenn man 24 Stunden am Tag zusammen ist und dann auch noch viel Anstrengung und einen Bruch der täglichen Routine zu bewältigen hat, dann passiert es – uns zumindest. Ich denke an Jesus Wort vom Balken im eigenen Auge und mir kommt die Idee: Vielleicht ist es leichter, an dem Balken zu arbeiten, im Psychologendeutsch an den eigenen Projektionen! Daher bitte ich alle Monika und Lesya und Renate per Telefon, heute in den Kirchen ein spezielles Heilungsgebet zu praktizieren mit dem Inhalt: „Lieber Gott, bitte heile in mir den Anteil, der von …. genervt ist.“  Alle tun es, ich auch. Und ich treffe tatsächlich bei mir einige Teile an, die genervt sind, z.B. von Freiheiten gegenüber dem Gruppeninteresse und dem Gruppenzusammenhalt, die ich mir selbst  nicht zugestehen würde. Ich entdecke in mir auch einen Teil, der seine Ruhe haben möchte, Zeit und Kopf für sich haben möchte beim Pilgern, der nicht immer im Einsatz für die Gruppe sein möchte. Prima, das war eine gute und ergebnisreiche Idee. Wer immer einen Konflikt hat, sollte dies einmal ausprobieren. Eine Methode, vor der eigenen Haustür zu kehren, eine Methode, die uns unterwegs auf dem Weg gegeben wurde…

Von Renate

Die Reise war vollgepackt mit vielen Emotionen. Abgesehen von Blasen an den Füßen und Erschöpfungserscheinungen wünschte ich mir, der Weg möge nie zu Ende gehen. Wir waren erst fünf dann vier Frauen. Wir hätten unterschiedlicher gar nicht sein können,z B. das Alter, die Lebenserfahrung, die Konfession und vieles mehr. Aber auch hier stellte sich sofort eine wunderbare Verbundenheit ein. Wir mochten und schätzten uns, weil wir ein gemeinsames Ziel hatten, und einfach weil wir Menschen sind, weil wir leben, lieben, fühlen und träumen können. Das ist meine Erklärung: ich fühlte, ich bin ein Teil dieser großen Menschenfamilie. Natürlich stellte diese intensive Nähe auch eine besondere Herausforderung an mich. Obwohl ich mit allen Menschen ein tolerantes Miteinander pflege, musste ich feststellen, dass ich einige Male ziemlich genervt war. Ich fragte mich warum denn das? Ich bekam aus meinem Innern eine Botschaft , die da lautet: „Was dir bei anderen nicht gefällt, ist in dir stark verankert. Erst wenn du es bei den anderen – nur akzeptierst, ohne Wertung, wird es dir besser gehen. Dann werden deine alten Muster, die dich plagen und nicht loslassen und manchmal auch erschrecken, in dir erloschen sein“ . Das war ein magischer Augenblick. Es ging dann beschwingt weiter auf „meinen “ Lebensweg. Ich habe mich wohlgefühlt, zufrieden, aufgehoben und beschützt.

Weiter von Gabriele

Nach Rückers entfernt sich der Weg von der Autobahn und wir laufen durch den Wald, es gibt einige Anstiege, die aber bei der frischen Luft gut zu bewältigen sind. Wir tragen alle Regenmontur, so kann das Wetter tun, was es will. Bald erreichen wir den Haunestausee, dessen Nordseite wir zunächst auf der Anhöhe umrunden. Doch bald führt uns der Weg zum Seeufer und wir pausieren am Wasser. Am Südende des Stausees befindet sich eine Art Sumpflandschaft. Gut, dass es heute nicht so heiß ist! Das wäre hier sehr schwül geworden. Schön ist es, viel zu sehen, ruhig ist es. Am frühen Nachmittag erreichen wir Steinau und besuchen auch dort die Kirche. Dort wird gerade renoviert, der dortige Jakobus ist wegen Bauarbeiten abgebaut. Eine sehr nette Frau zeigt ihn uns auf Nachfrage in einem Pfarrraum.

Auch hier widmen wir uns wieder dem neuen Heilgebet und mir kommt die Idee, eine Form des Gruppenpilgerns heute zu nutzen, die wir bisher vernachlässigt haben: Schweigezeiten beim Pilgern, in denen jeder ausschließlich Zeit für das Betrachten der Landschaft und der eigenen Innenwelt hat.  Nach der Kirche gönnen wir uns eine Pause in einem Eiscafé und leisten uns neben einer großen Tasse Milchkaffee einen warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis – genau das Richtige, um eine etwas eingeregnete Pilgerseele wieder in Form zu bringen. Hinter Steinau treffen wir auf eine Jakobus-Stele. Er nimmt hier durchaus Raum ein, ist in den Kirchen sichtbar.

Jakobus-Stele und Jakobs-Pilgerinnen

Wir beginnen unsere Schweigezeit und so freue ich mich, jetzt einfach mal für mich auszuschreiten, ohne großartig auf die Anderen zu achten. Wir halten mehr Abstand voneinander. Es tut uns gut. An einem Haus bei Götzenhof entdecken wir einen weiteren Pilgerfreund, ein Bild des Heiligen Christophorus – der Christusträger, Schutzheiliger der Pilger, der schon Jesus auf seinem Weg unterstützt hat.

Heute halten alle gut mit. Monika tut es gut, das Gewicht ihres Rucksackes reduziert zu haben. Die neuen Wanderstiefel passen ihr hervorragend und sind ohne jegliches Einlaufen ohne Probleme und Blasen tragbar. Wie schön!  Der Weg steigt jetzt langsam an. Es geht auf den Petersberg zu. Wir unterqueren die A7 und können nun die Autobahn verlassen. Wir umrunden den Rauschenberg und bald erreichen wir die ersten Häuser von Petersberg. Es ist ein sanfter Einstieg aus der Natur nach Fulda. Wir wollen uns auf jeden Fall die Grabeskirche St. Lioba anschauen und klettern steile Stufen hinauf. Auch hier, hoch über Fulda – ist die Kirche – eine romanische später gotische Kirche – noch offen und der Innenraum ist überwältigend. Erst stauen wir, dann setzen wir unsere stille Zeit fort, bis uns eine Nonne aus der Cella St. Lioba gegenüber andeutet, dass die Kirche jetzt abgeschlossen wird. Netterweise nimmt sie uns mit in die Cella, wo wir die Toilette benutzen dürfen. Alle dort sind total nett und freundlich. Pilgerinnen haben neben dem Geistigen auch  immer wieder andere Bedürfnisse…

Gegenüber der Cella befindet sich unterhalb der Kirche eine Mariengrotte. Ich warte dort, bei meiner lieben, lieben – was soll ich sagen – Vertraute, Freundin, Mutter, Lieblingsheiligen – ich mag sie einfach. Ich habe sie schon mehrfach besucht: Lourdes, Fátima, Tschenstochau, Montserrat…und auch viele kleinere Orte, wo die Menschen sie wählten als ihre Liebe Frau und Schutzherrin der Gemeinde oder des Klosters. Seele, finde Ruhe!

Von oben suchen wir mit den Augen den Dom. Dorthin geht es heute noch. Der Abstieg nach Fulda ist sehr angenehm, es geht eigentlich fast nur durch Parks – fast bis zum Bahnhof hin und der liegt am Rande der Innenstadt. Durch die Bahnhofsstraße über den Uniplatz, am Kloster der Benediktinerinnen vorbei und am Schloss und wir stehen vor dem Dom. Heute werden wir die Nacht in den Räumen der Dompfarrei verbringen, dort werden wir aufgenommen. Renate hat schon früh den Schlüssel besorgt und empfängt uns mit einem Strahlen. Sie hat heute bestimmt etwas Wundervolles erlebt!

Abendliches Entspannen in der Dompfarrei

Wir richten uns ein und gehen dann erst zum Einkaufen und anschließend zum Essen. Eine Frau vom Chor hat uns auf unsere Nachfrage ein kleines, preiswertes Lokal um die Ecke empfohlen, das wir auch finden. Stimmt, es ist jetzt kein romantisches italienisches Restaurant, aber die Pizza im Goldenen Anker ist lecker – und riesig! Wir alle lassen uns unsere Reste einpacken. Das gibt es dann morgen zum Mittag! Wir kehren wieder zurück in unseren schönen großen Raum in der Dompfarrei. Wir richten uns gemütlich ein und gehen zu unserem Abendprogramm über! Auch heute hat eine Flasche Rotwein zu uns gefunden…Wir lesen hier den zweiten Teil des Thierse-Mauerfalltagebuchs. Heute geht es um die große Demo am Alexanderplatz und die Grenzöffnung. Renate erzählt uns, sie war auch dabei. Wie aufregend diese Zeit war!

Ich kann heute sagen: Das Heilungsgebet hat wundervoll gewirkt. Wir hatten hier bestimmt den schönsten, den harmonischten Abend auf unserem Weg. Wir waren eins, keiner blieb außen vor. Wir lachten und unterhielten uns blendend. Das kann man sich daraus merken: Wenn Du ein Problem mit jemand hast, dann fange an, es bei Dir selbst zu lösen.

Pilger bereiten sich auf das Schlafen auf dem Fußboden vor

Es steht die erste Nacht auf dem Fußboden an, dafür haben wir unsere Matten mitgebracht, die jetzt aufgeblasen werden. Meine Matte und ich, wir sind gut vertraut! Renate braucht Hilfe beim Aufblasen, das geht nicht so, wie sie wollte. Sie hat später die Matte umgetauscht…. Wir räumen die Stühle beiseite und richten uns auf dem Teppich ein. Die Lesung und ein Abendgebet…

Eins sein

Gott, gib, dass wir eins sind: eins in unseren Worten, damit ein einmütiges ehrfurchtsvolles Gebet zu dir gelangt; eins in unserem Verlangen und unserem Streben nach Gerechtigkeit; eins in der Liebe, in der wir dir dienen, wenn wir den Armen und Geringen unter unseren Brüdern und Schwestern Gutes tun; eins in der Sehnsucht nach deiner vollkommenen Gegenwart. Herr, mache uns eins in dir. Amen. (Quelle mir unbekannt)

…und ein paar Kicherer noch. Es war wahrhaft ein schöner Abend!

EVANGELIUM                                                                               Mt 5, 13-19

Ihr seid das Licht der Welt

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. 14Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. 15Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. 16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. 17Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. 18Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. 19Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Lehre des Tages: Jesus hat wie immer recht. Wenn man am Balken im eigenen Auge gearbeitet hat, dann stört einen der Splitter im Auge des Anderen nicht mehr. Ein guter Weg zu Frieden und Einheit.

2. Juni 2011 Himmelfahrt! Messe und von Fulda nach Büchenberg

5 Jun

Von Gabriele

Christi Himmelfahrt ist Heute. Was für ein wundervoller Tag. Der Wecker klingelt um 7.30 Uhr, wir haben aber Zeit, da die Messe im Dom erst um 9:30 Uhr beginnt.

Das Leben ist schööön!!!! Unser Leitspruch unterwegs! Auch am frühen Morgen

Renate hat gestern für das Frühstück eingekauft. In der Küchenzeile im Vorraum bereiten wir uns ein hervorragendes Frühstück vor. Im Haus ist schon was los, der Chor probt für den Gottesdienst. Alle wissen, dass wir da sind und es kommt immer wieder jemand vorbei, um ns zu begrüßen. Wir frühstücken im Bastelraum zum Chorgesang. Wir scherzen ein wenig mit der herumstehenden Wodkaflasche über Lesyas wohl russischen Kaffee.

Kaffee mit Wodka 🙂 Zum Frühstück 🙂

Ja wirklich, das Leben ist schön, alle sind begeistert. Nach dem Frühstück beginnt das große Aufräumen, denn wir wollen alles picobello hinterlassen, damit die Leute hier Freude an den Pilgern haben. Abwasch, saubermachen, fegen, die Stühle wieder an den Platz räumen, lüften, Rucksäcke packen. Währenddessen bereitet sich die Dompfarrei auf Himmelfahrt vor. Es soll heute eine Flurprozession geben und vor dem Haus wird ein Fluraltar mit vielen, vielen Blumen aufgebaut. Wir sehen zu, dass wir niemandem groß im Wege rumstehen, bedanken uns nochmals bei den Anwesenden und wünschen einen schönen Himmelfahrtstag. Wir bedanken uns hiermit noch einmal herzlich bei der Dompfarrei, dass sie uns so nett die Räume zur Verfügung gestellt hat. Vergelt’s Gott!

Himmelfahrt 9.15 Uhr: 4 Pilgerinnen brechen dankbar auf

Himmelfahrt 9.15 Uhr: 4 Pilgerinnen brechen dankbar auf

Sehr frühzeitig gehen wir hinüber zum Dom, denn wir wollen gern einen guten Platz haben, von dem man alles sehen kann. Für die Anderen ist es die erste katholische Messe, die sie erleben werden und ich bin neugierig, wie es für sie werden wird. Der barocke Dom ist neben ihrer Funktion als Kathedralkirche des Bistums Fulda gleichzeitig die Grabkirche des Heiligen Bonifatius, dem sogenannten Apostel der Deutschen. Einen virtuellen Rundgang des Domes findet man hier. Vor dem Dom steht eine Tribüne mit einem Altar. Hier wird sicher auch ein Teil der Prozession stattfinden.

Himmelfahrt mit tiefblauem Himmel und Tribüne vor dem Dom

Wir parken unsere Rucksäcke an den großen Säulen und suchen uns einen Platz auf der linken Seite, weil dort eine wunderschöne Herz-Jesu-Statue ist. Ein wenig noch schauen wir uns die gewaltige Innenausstattung an, alles in Weiß und Gold und ein wenig Rot, ein wenig Schwarz.

Der prächtige Altarraum des Doms zu Fulda

Es wird immer voller und die Messe beginnt. Der Einzug ist riesig, da auch ganz viele Erstkommunionskinder und Fahnenträger mitkommen, die hinterher bei der Prozession dabei sein werden. Heute gibt es für meine anderskonfessionellen Mitpilgerinnen eine katholische Messe mit „allen Schikanen“: prächtige Gewänder, Baldachin, Weihrauch, starker Orgelklang, der klasse Chor (den wir ja schon kennengelernt hatten) und der  Bischof Algermissen von Fulda als Hauptzelebrant und Prediger. Viel feierlicher kann ein Gottesdienst kaum sein, dazu die gehobene Stimmung des Himmelfahrtstages, alle waren berührt. Wir wollten uns nicht an der Flurprozession beteiligen, wir hatten ja unsere eigene 🙂 und ab 12 Uhr noch 20 km auf dem Zettel. Nach dem Gottesdienst konnten wir gar nicht so schnell aufbrechen, weil einige von uns noch sehr mit sich beschäftigt waren nach diesem Gottesfest. Ich war voll Freude, Freude, Freude nach diesem Gottesdienst. Messe ist mir ein echtes Zuhause unterwegs.

3 Pilgerinnen scharen sich um Jesus - Stille und Andacht im Gesicht

Ein gemeinsames Foto vor diesem schönen Jesus scheitert, es wird leider unscharf. Schade! Wir treten aus dem Dom und suchen uns unsere Jakobsmuscheln. Der Weg aus Fulda heraus ist sehr einfach und wunderschön gewählt. Zunächst geht es rechts am Dom vorbei, dann durch eine alte Gasse namens „Tränke“ hinaus.

Die "Tränke" mit wundervollen Kletterrosen und malerischen Häusern

Am Ende der Tränke beginnen die Fuldaauen. Hier treffen wir die Flurprozession wieder, die mit Musik und Megaphon-Gebeten die vielen Menschen zusammenhält. Als sie an uns vorbeiziehen, singen sie gerade „Lobet den Herrn“, was wir alle kennen und mitsingen. So sind wir wenigstens ein wenig dabei.

Die Flurprozession in den Fulda-Auen

Vorn die Ministranten, dann ein wenig später die Musiker, dann wieder ein paar Ministranten und unter dem Baldachin der Priester, der die Monstranz trägt. Das muss mit der Zeit schwer sein: warmes Wetter, ein schweres Gewand und die Monstranz, die auf Brusthöhe getragen wird. Aber ich bin sicher, der Herr hilft ihm, so dicht, wie er bei ihm ist.

Der Priester mit der Monstranz

Da wir uns über die Prozession freuen und ihr ein wenig entgegen gehen, um sie noch anzuschauen, achten wir nicht so auf unsere Muscheln – und verlaufen uns prompt. Wir sollen nicht die Fulda-Auen durchqueren, sondern wir werden an ihnen eine Weile entlang laufen, schönste Pilger-Landschaft, die ein paar Meter nach dem Dom anfängt.

Auf Abwegen - im Hintergrund das Ende der Flurprozession

Hinter uns läuft eine Pilgerin und wir denken erst, na, dann sind wir richtig! Aber als wir umkehren und sie treffen, merken wir, dass sie uns nur hinterhergelaufen ist. Wir finden wieder unseren Weg und sie läuft flink mit ihren Trekkingstöcken uns voran. Der Weg ist herrlich – so durch das frische Grün und immer wieder am Wasser lang. Doch es herrscht natürlich Vatertagsstimmung auf dem Jakobsweg: viele Gruppen, viele Fahrräder, Eiswagen, Musik und natürlich einige feuchtfröhliche Herrentagsgruppen.

Blick zurück über die Auen auf den Fuldaer Dom

Wir nähern uns der Propstei St. Johannisberg, wo wir einige Pilgerzeichen entdecken. Hier sieht man auch eine gelb-blaue Jakobsmuschel. Bei meinem ersten Mal auf diesem Weg war ich nicht in Johannesberg gewesen, da ich aus Zeitmangel den Weg von Fulda bis nach Welkers mit dem Bus gefahren war. Wir steigen hinauf, vorbei am Hof der Propstei, wo in einem Biergarten eine ausgelassene Feiertagsstimmung herrscht. Wir laufen vorbei und suchen den Eingang zur Kirche. Durch einen schmalen Gang von der Kopfseite her ist das möglich. Drin ist es schön kühl. Ein beeindruckender Altar, ein stilles Gebet. Wir sind unterwegs…

Die gelb-blaue Muschel vom Jakobusverein Franken

Nach der Kirche sehen wir gegenüber wieder die gelb-blaue Muschel – und folgen ihr. Wir kommen an einer Mariengrotte vorbei und halten auch hier ein wenig an. Ich kann da schlecht vorbeigehen – doch lange verweilen möchte ich nicht, denn unser Weg ist noch weit und wir haben noch einen für mich wichtigen Programm-Punkt vor uns, die Rosenkranztreppe am Steinhauck. Doch es ist schwer, alle hier loszueisen. Wir treffen hier auch die Pilgerin von vorhin wieder. Monika spricht sie an und beide laufen gemeinsam los. Schön! So geht es vorwärts. Nach Johannesberg geht es aus der Stadt heraus und der Weg steigt an. Es geht auf den Wald zu, Fulda liegt bald in der Distanz hinter und unter uns.

Monika und Beate laufen vorneweg...

...Lesya und Renate hinterher... im Hintergrund Fulda

Besonders Renate macht der Weg wieder zu schaffen. Die Wärme und ihre Füße…und sie hat eine solch empfindliche Haut, dass sie direkte Sonnenbestrahlung darauf nicht vertragen kann. Ich habe ihr daher meine Spanienerprobte Funktionsjacke geliehen, mit der ich bei 40 Grad auf dem Camino Catalán unterwegs war. Sie muss in voller Montur laufen, während alle anderen sich inzwischen kurzärmelig und mit kurzen Hosen unterwegs sind. Lesya hilft ihr ein wenig:

Mit Anschub den Berg hinauf!

Haben wir mal wieder wundersame Wegvermehrung? Auch im Wald geht es immer weiter bergauf. Nach meiner Weginformation müssten wir nach 4 km in Eichenzell sein, aber das zieht sich hier hin. Irgendwann packt Beate ihre Karte aus. Nach den Hinweisschildern sind wir völlig falsch. Und da stellt sich unser fataler Irrtum heraus. Wir sind den falschen Muscheln gefolgt. Wir sind gerade unterwegs in Richtung Westen auf dem Jakobsweg in Richtung Frankfurt. Sowohl Beate wie ich – beide sind wir erfahrene Pilgerinnen -haben uns die bekannten Zeichen einfach für die unsrigen gehalten, statt weiter die blau-weißen Muscheln zu suchen!? In Johannesberg an der Propstei müssen wir falsch abgebogen sein. Das gibt mir zu denken! Vielleicht ist das auch ein Hinweis: Aus Gewohnheit orientieren sich gerade die Erfahrenen an bekannten Zeichen, statt auf das, was aktuell und wissentlich das Zeichen ist.  Fällt jemandem dazu etwas ein? Was kann uns das zur Ökumene sagen?

Ein paar Vatertagsradler kommen vorbei und orientieren uns. Wir müssen einfach jetzt links in Richtung Südosten abbiegen, um dann wieder nach Rothemann zu kommen. Als erstes durchqueren wir ein kleines Dorf. Dort fragen wir an einem Haus eine Frau nach Wasser. Die ersten beiden von uns erhalten ihre Flasche mit Leitungswasser gefüllt, die anderen nicht mehr, das ist ihr zuviel. Auch Wegeauskunft kann sie uns nicht weiter geben. Wir laufen ein wenig weiter und an einem anderen Haus – zum Glück – erhalten auch die Anderen frisches Wasser. An der kleinen Kirche pausieren wir, es ist jetzt schon 15 Uhr. Mist, so spät schon! Zwei Stunden haben wir gebraucht. Aber egal, wir holen jetzt die Pizzareste von gestern heraus und stärken uns erstmal. Das tut richtig gut! Beate bleibt jetzt bei uns und auch wir kommen ins Gespräch. Sie ist auch schon häufig auf dem Jakobsweg gepilgert, vor allem in Frankreich. Sie ist heute losgelaufen und ihr heutiges Ziel ist eine Pension ein Döllbach. Sie hat es sogar noch weiter als wir.

Die Leute am 2. Haus haben uns einen guten Rat gegeben, wie wir weiterkommen und wir laufen nun weiter in Richtung Hattenhof. Von dort aus ist es nicht weit bis nach Rothemann und dort werden wir wieder auf den Weg nach Büchenberg kommen. Und von Rothemann kann man auch noch zum Steinhauck zur Rosenkranztreppe aufsteigen. Das heißt allerdings, dass wir jetzt zügig voranlaufen müssen…was nicht geht. Sowohl Renate wie auch Monika kommen nur noch schlecht voran. In Hattenhof entdecken wir, dass man vor dort aus auch direkt nach Büchenberg laufen und so drei Kilometer einsparen kann. Renate will keine drei Kilometer Umweg für eine Rosenkranztreppe laufen, sie will nur noch ankommen. Ich muss meine Idee vom Steinhauck und meinem gelaufenen Himmelfahrtsrosenkranz fahren lassen. Sehr schade, das war mir sehr wichtig gewesen.

Kurz hinter Hattenhof gibt es einen Wegweiser, den man unterwegs mal einfach nur umtreten möchte. Der Weg nach Büchenberg zeigt mitten auf die Wiese, man kann nicht feststellen, ob der Weg nach links oder rechts gemeint ist, der nun nach Büchenberg führt. Rechts kann eigentlich nicht sein, denn das ist die Richtung nach Rothemann. Wir entscheiden uns für links und schon nach kurzer Zeit geht es bergan. Nun, das kann sein, denn unser heutiges Ziel heißt Büchenberg, und das liegt auf dem Berg. Nach einiger Zeit kommt uns eine Frau mit Hund entgegen. Ein Wegeengel – super! Und so begrüße ich sie auch: „Auf Sie habe ich die ganze Zeit gewartet!“ Sie lacht und muss uns trotzdem enttäuschen. Nein, wie sind nicht in Richtung Büchenberg unterwegs, sondern fast wieder in Richtung des anderen Jakobsweges, den wir vorhin verlassen haben. In ihrer Begleitung laufen wir den Anstieg wieder hinunter. Währenddessen telefoniert sie mit ihrer Mutter und dann passiert ein neues Wunder, vor allem für unsere Fußlahmen. Die Mutti will mit dem Auto kommen, sobald wir wieder unten an der Straße sind.

An dem trügerischen Wegweiser angekommen erfahren wir, dass wir tatsächlich nach links hätten abbiegen müssen und viel weiter hinten wieder nach rechts, so dass wir, hätten wir diagonal da entlang gehen können, den Wegweiser schon in der richtigen Richtung hatten. Wer soll das ahnen, wer soll das wissen? Aber das ist jetzt auch Vergangenheit, denn Mutti kommt und nimmt erstmal vier von uns mit. Ich bleibe mit der Frau auf der Straße und wir laufen gemeinsam mit dem Hund in Richtung Büchenberg weiter. Kurz darauf kommt die Mutti wieder und holt auch uns beide ab und bringt uns zum Bürgerhaus in Büchenberg, wo wir diese Nacht verbringen werden. Beate ist schon in Richtung Döllbach weitergelaufen. Das Haus ist offen und wir gehen erstmal rein und setzen uns hin. Eine große Mehrzweckhalle für Sport und mit Bühne, Duschen und Toiletten sind erstmal zu sehen. Das wichtigste geht, vor allem aber sind wir angekommen! GottseiDank!

Bald kommt eine Frau vor und stellt sich als Hannelore vor. Sie bezeichnete sich als die Küsterin des Bürgerhauses – ein Titel, den sie von einem Kind erhalten hatte und der wunderbar ihre Funktion beschreibt – und weist uns ein. Wir werden in einem schönen Raum im Obergeschoss schlafen und können Duschen und Toiletten unten benutzen. Wir fragten Hannelore, ob es in Büchenberg oder Umgebung ein Taxiunternehmen gab, da Renate auch für den morgigen Tag Unterstützung brauchte. Das mit den Blasen hörte nicht auf. Es sollte ja zudem auf den 900 m hohen Kreuzberg gehen! Sie würde später noch einmal zurückkommen und uns Bescheid geben. Dann zeigt sie uns die Küche und was die Büchenberger Frauen für uns vorbereitet hatten.

Auch in Büchenberg hat es eine Flurprozession gegeben. Und wie es im Fuldaer Land so Sitte am Himmelfahrtstag ist, gab es Flädlesuppe und Flurgönder (hier ist auch ein Bild). Das mag dem einen oder anderen nicht viel sagen, aber nach einem anstrengenden Pilgertag ist so etwas ein Wunderwerk menschlicher Kochkunst und GENAU das Richtige. Es waren, wie es aussah, selbstgemachte viereckige Nudeln in einer kräftigen Brühe mit einer Football-großen Wurst. Der Flurgönder ist eine sehr deftige Wurst in einem Schwartenmagen. Wir durften uns auch an den übrig gebliebenen Getränken bedienen. Es war ein Fest, ein wirkliches Fest! Wir aßen gleich in der Küche, um so wenig wie möglich Aufwand zu betreiben und in der Küche ist es sowieso immer gemütlich, es schien sogar noch die Sonne hinein. Die Büchenberger Frauen hatten auch für uns zum Frühstück reichlich eingekauft.

Ich habe zwischendurch ein wenig Zeit zum Lesen in der Sonne hinterm Haus. Ich hole mir das Heftchen der Bekennenden Kirche vor. Ein Artikel fällt mir sofort ins Auge, er heißt: Die (Heils-)Notwendigkeit der Kirche [Gemeinde]: römisch oder reformatorisch. Wechselweise stimme ich zu oder ich protestiere. Schon auf der 1. Seite stoße ich auf den Satz: „extra ecclesiam salus non est“ -„Außerhalb der Kirche ist kein Heil“ des Kirchenvaters Cyprian, um 200 Bischof in Karthago. Soviel Zufall kann doch gar nicht sein! Daher habe ich es also in Eisenach mitgenommen. Und: Ach herrje! In was für ein Nest setze ich mich denn nun gerade mit dem Satz, den ich in Luthers Schreibstube empfangen habe?

Nun, ich denke: Die Kirche ist der Ort, an dem wir Sakramente erhalten, Zeit für das Wort haben, für das Leben lernen, motiviert werden und Gemeinschaft finden. Doch Heil entsteht dann, wenn wir das, was wir dort aus der Lehre Jesu gelernt haben, im Leben direkt umsetzen. So war das nach meinem 1. Camino im Jahr 2007. Der Leiter des Pilgerbüros sagte uns bei der abendlichen Pilgerandacht über das spezielle Chrismon an der Westfassade der Kathedrale von Santiago, bei dem das Omega links und das Alpha rechts steht: „Ihr seid nun in Santiago angekommen, am Ende Eurer Reise. Eure Aufgabe ist es jetzt, im Alltag wieder anzukommen und dort das umzusetzen, was ihr auf dem Weg erfahren und gelernt habt. Vom Ende (Omega – das heißt auch „Der Große, Gott“) wieder zu einem echten Neuanfang im Leben kommen. Erst dann ist Euer Camino zuende.“ Es wirklich tun! Im Alltag Jesu Nachfolge, das höchste Gesetz leben – so verstehe ich: Im Leben (=Umsetzen) ist das Heil. Und so habe ich es auch erfahren.

Und dann komme ich in Gedanken wieder auf das Thema Ehe und Einheit der Kirche. Die Gemeinschaft der Kirche dürfte auch nicht auflöslich sein. Sowenig es im Katholischen eine Ehescheidung geben darf, sowenig darf man sich auch von seinen Brüdern trennen, sie exkommunizieren und so von Jesus trennen. Die Kirche macht es selbst nicht, was sie von den Ehepaaren verlangt. Und sie schafft es seit nunmehr fast 500 Jahren nicht, sich zu versöhnen. Dabei müsste doch Mt 5,23-24 gelten: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.“ Kann sich die Kirche noch als eingesetzt betrachten und die Welt Jesus als von Gott gesandt, wenn seine Kirche so unglaublich uneins ist, dass sie sich in dieser langen Zeit nicht wiedervereinigen kann? Was haben wir denn gekonnt, wenn wir Frieden und Vergebung predigen, er aber noch nicht mal im eigenen Haus umgesetzt wird?

Ich möchte mal ein Bild – aus dem Leben – zeichnen, das mir einfiel: Stellt Euch mal vor, Ihr feiert Hochzeit. Und Eure Freunde und Familie sind in mindestens drei Lager aufgeteilt und weigern sich, Eure Hochzeit gemeinsam mit Euch zu feiern, wenn sie dabei mit den anderen zusammenfeiern müssen. Ihr selbst habt sie aber alle gleich lieb, wollt keinen einzelnen von ihnen missen. Unendlich lange müsst ihr Euch das Gezicke anhören: „Mit denen setze ich mich nicht an einen Tisch!“ „Nee, so wie die sind und denken, das geht gar nicht!“ Euch ist es jetzt nicht völlig egal, wie jeder denkt. Ihr hättet sie halt einfach gern alle dabei, wünschtet Euch nur, sie würden Frieden untereinander halten. Wie würde es Euch dann gehen? Hättet Ihr noch Lust zum Feiern? Was sollte man tun? Das Hochzeits-Mahl aufteilen? Drei Hochzeiten feiern?

Im Leben ist das Heil – bei uns vieren! Wir leben hier Ökumene pur. Wir essen zusammen. Wir beten zusammen. Wir schlafen zusammen. Wir pilgern zusammen. Wir halten zusammen Gottesdienst. Wir sind dankbar für all die guten Menschen, denen wir begegnen, und das hat sich bei den Konfessionen nichts genommen. Wir freuen uns in Jesus Christus. Wir sind von Gott gesegnet und beschütz, in Ihm geborgen. Wie man sieht, bringt es Heil! 🙂 Ist es nicht das, was zählt?

Hannelore kam später noch einmal wieder. Sie bot Renate an, sie selbst zum Kreuzberg zu bringen. Noch mehr Engel! Dann würde Renate mit den Rucksäcken zum Kreuzberg fahren und wir würden erleichtert uns am nächsten Tag auf den Weg machen. Wir sammelten alle zusammen, damit wir der Gemeinde für all die guten Taten eine Spende hinterlassen konnten.

Ich musste doch noch dem Jakobus aka Santiago in Büchenberg einen Besuch abstatten und mich für die tolle Aufnahme hier bedanken!

Nach dem Essen flitzte ich dann zur Kirche, damit wir noch unsere Stempel für unsere Pilgerpässe erhielten, denn dies hier war eine Jakobuskirche. In der Kirche, es war kurz vor sechs Uhr, traf ich die Küsterin der Kirche. Wir kamen in ein sehr schönes Gespräch. Sie selbst bezeichnete sich als eine einfache Frau, die aber – verwitwet – mit diesem einfachen Leben sehr zufrieden war. Sie war immer gern in der Kirche und hatte durch ihre Arbeit eine sehr, sehr persönliche, tiefe  Beziehung mit Jesus im Tabernakel entwickelt, was ihr Halt, Quell der Freude und Zufriedenheit war. Wir unterhielten uns noch lange, ein ganz lieber Mensch! Das gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen des Pilgerns: Mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen und die ganz persönlichen Glaubenserlebnisse miteinander teilen und zu fühlen, wie ganz normale Menschen tief und zufrieden im Glauben leben.

Mit meinen Flip-Flops flitzte ich wieder zum Bürgerhaus zurück. Da hielt auf der Straße ein Auto an. Eine Frau fragte, ob ich eine der Pilgerinnen war. Nun traf ich auf Frau Goldbach, die Pfarrsekretärin, mit der ich diese Übernachtung ausgemacht hatte. Auch mit ihr führte ich auf der Straße lange ein so nettes, herzliches Gespräch. Ich konnte mich bei ihr gleich für die warmherzige Aufnahme in Büchenberg bedanken und erzählte ihr, wie uns die Frauen von Büchenberg so wunderbar geholfen hatten und was uns alles an Wundern passiert war.

Also: Ein riesiges Lob für die Büchenberger Frauen! Die vier Pilgerinnen danken von ganzem Herzen. Wir haben auf dem Rest der Reise mit sehr vielen guten Gedanken für Sie alle gebetet.

Heute war die zweite Nacht auf dem Fußboden angesagt und wir packten wieder Schlafsäcke aus und pusteten die Matten auf, damit wir es in der Nacht bequem hätten.

Hier kamen wir sehr gemütlich in Büchenberg unter

Da die Rosenkranztreppe am Steinhauck dem Verlaufen zum Opfer gefallen war, beteten wir an diesem Abend den Rosenkranz mit speziellen Geheimnissen zur Einheit, die ich für diese Reise zusammengestellt hatte und so auch schon als Novene zur Vorbereitung auf unsere Pilgerweg hin gebetet hatte. Er machte uns still und friedlich. Zum Abschluss gab es noch die Lesung des Tages mit Jesus großem Versprechen: Ich bin bei Euch alle Tage. Heute war das auf diesem Berg hier ganz deutlich gewesen!

EVANGELIUM                                                                              Mt 28, 16-20

Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit 16gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. 18Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,20und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Lehre des Tages: Liebgewonnene Gewohnheit bestimmter Zeichen kann gerade Erfahrene vom Weg abbringen, wenn sie nicht aufmerksam in der Gegenwart sind und auf die Zeichen der Zeit achten. Doch der Herr ist bei uns alle Tage und hilft uns z.B. mit Hilfe lieber Menschen auf den Weg zurück.

4. Juni 2011: Auf dem Kreuzberg

5 Jun

Von Gabriele

Um 7.15 Uhr stehe ich schnell auf, um mir die Frühmesse zu gönnen, hat man ja sonst nicht so nah dran. Die Kirche ist halbvoll. Mit meiner Wanderbekleidung – was anderes hab ich nicht bei-, sehe ich etwas anders aus, als die Anderen. Aber daran gewöhnt man sich als Pilger. Die Kirche enthält am rechten Seitenaltar ein Bild, das mich total berührt: Jesus hängt am Kreuz und mit dem einen Arm umarmt er den Heiligen Franziskus. Auch Elisabeth von Thüringen ist mit auf dem Bild. Das Bild finde ich auch noch im Gesangsbuch und nehme es mit. Der Anfang und das Ende unserer Pilgerreise symbolisiert durch die beiden Heiligen, die vieles gemein haben: die Liebe zu Jesus Christus, die barmherzige Liebe zu den Schwachen und ihre konkrete Hilfe für sie, Demut und Abkehr von allen Standesdünkeln, die Liebe zur Armut und Verzicht. Ja, sie stehen beide in wirklichem Gegensatz zur feudalen Kirche. Ihnen sind Macht und Geld völlig unwichtig, in ihrem Zentrum steht Jesus Christus. Ein guter Tagesanfang. Ich freue mich auf einen Tag mit Franz von Assisi.

Von der Frühmesse schlüpfe ich direkt zum Frühstück im Antoniussaal. Die Anderen sitzen schon am Tisch und lassen es sich schmecken. Es gibt ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Heute haben wir mehr Zeit, weil wir nicht aufbrechen werden, sondern den ganzen Tag hier auf dem Kreuzberg verbringen werden, der krönende Abschluss. Wir wollen heute den Kreuzweg begehen und uns das Bruder-Franz-Haus ansehen und Zeit für innere Einkehr haben. Monika muss heute schon abreisen. Sie findet zum Glück eine Möglichkeit, am Nachmittag abzureisen, damit sie noch unsere Aktivitäten heute teilen kann.

Nach dem Frühstück machen wir uns bereit. Es findet in der Kirche noch eine Messe statt, die Monika gerne besuchen möchte, Lesya und Renate aber nicht. Nun, beim Pilgern darf der Wunsch nach einem Messebesuch allen anderen Aktivitäten vorgehen. Ich folge Monika in die Kirche. Sie kommt dort in den Genuss der Annäherung an den Kreuzpartikel, der dort bewahrt wird. Ich selbst bin zu unruhig, mir das zu gönnen, weil die Anderen warten. Heute denke ich, wie entsetzlich dumm von mir.

Hinter der Kirche treffen wir auf die beiden anderen und machen uns auf den Kreuzweg. Wir haben uns für die Betrachtung als Weg der Erkenntnis entschieden, beten und betrachten. Direkt an der Rückseite der Kirche ist die erste Station: Jesus wird zum Tod verurteilt.

1. Station Jesus wird zum Tode verurteilt

1. Station Jesus wird zum Tode verurteilt

Jesus ist unter anderem verurteilt worden, weil er die bestehenden Machtstrukturen in Frage stellte, sogar für die Machthaber bedrohlich wirkte. Uns fällt an diesem Bild besonders Pontius Pilatus auf. Wie ist er mit der Schuld umgegangen, die er mit der Verurteilung auf sich lud? Wir erinnern uns an die Brücke der Einheit bei Vacha und den Spruch „Scheiß auf das Richtepack!“ Die fortgesetzte Spaltung der Kirche beruht auch auf Be- und Verurteilung. Wie kann also im Zuge der Wiedervereinigung der Kirche mit der Schuld für gegenseitige Verurteilung umgegangen werden? Schuld tragen wir alle, nicht nur die Protagonisten, sondern auch die, die es geschehen ließen bzw. sich damit abfanden und bis heute immer noch abfinden.

Martin Luther hat das Handeln des Papstes und einiger seiner Beauftragten öffentlich kritisiert. Wir haben die Thesen gelesen und es uns geschichtlich angeschaut und gesehen: Die Kirche hat sich bemüht, Geld/Mammon/das Weltliche zu gewinnen, u.a. um den Petersdom zu bauen. Sie hat auch im Mittelalter immer wieder mit den weltlichen Mächten konkurriert. Die weltlichen Mächte haben im Verlaufe der Auseinandersetzung ihre Chance genutzt, Macht über die Kirche zu gewinnen. Im Augsburger Religionsfrieden wurde die weltliche Macht über die Religion gesetzt: Wessen Regierung, dessen Religion. Der Landesherr durfte bestimmen. Wenn wir uns die Situation heute anschauen, dann sehen wir noch immer Urteile gegenüber den Anderen. Wenn man es liest, fällt einem auf: Es liegt immer an den Anderen, dass eine Wiedervereinigung nicht möglich ist, es sind festgefahrene Positionen. Solange die Anderen nicht SO sind und SO denken, sind uns die Hände gebunden.

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Jesus ist umgeben von kräftigen Soldaten. An der Seite steht ein Mann mit einem langen Bart. Wir vermuten, es soll einen Hohepriester darstellen. Er kratzt sich am Kopf. Jesus wirkt zunächst stark und aufrecht, senkt aber leicht den Kopf. Er nimmt sein Kreuz auf sich.

3. Station: Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuz

3. Station: Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuz

Ein Mann mit einem erhobenen Knüppel, ein Mann, der ratlos den Finger in den Mund steckt, ein Mann, der Jesus an seinem Gürtel zieht. Uns fällt besonders der Knüppel auf, das Brutale. Die Einheit entgleitet und was passiert. Man haut drauf, man weiß auch nicht, man hält fest. Jesus fällt einfach, er, der alle Macht haben könnte, lässt es einfach geschehen.

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

Wir sehen schon wieder den Knüppel über dem Kopf von Jesus. Maria ist da, der erste freundliche Mensch auf den Bildern. Die Männer haben alle Waffen, Insignien der Macht, aber auch der Angst. Maria ist ohne Waffen gekommen. Sie ist mutig, sie lässt sich von nichts abhalten, von keiner Angst. Sie ist einfach da, weil sie liebt, weil es ihr Sohn ist.

5. Station Simon von Cyrene hilft Jesus

5. Station Simon von Cyrene hilft Jesus

Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zu tragen. Wie Jesus ist er barfuß, schaut etwas unwirsch. Er wird dazu gezwungen. Hinter ihm stehen wieder zwei Männer – einer davon mit Waffen.

Beim Betrachten der Kreuzwegstationen

Für die 6. Station haben wir leider kein Bild. Es ist dies die Station, wo eine weitere Frau – Veronika – zu Jesus herantritt, um ihm das Schweißtuch zu reichen. Wieder ist es eine Frau, die freundlich an ihn herantritt.

7. Station Jesus stürzt zum zweiten Male

7. Station Jesus stürzt zum zweiten Male

Wieder sind die drei Männer da, wieder Waffen, wieder ein erhobener Knüppel. Einer allerdings hält das Kreuz fest, damit es nicht auf Jesus fällt. Jesus liegt schon, doch der Mann mit dem Stock stößt auf ihn ein. Die Männer tragen alle Schuhe im Gegensatz zu Jesus und den Frauen. Auch hier: Jesus verzichtet auf alle seine Macht. Und es scheint ihm auch gar nicht peinlich zu sein. Er weiß und vertraut: Alles wird Gott immer zum Guten richten.

8. Station Jesus spricht mit den Frauen

8. Station Jesus spricht mit den Frauen

Wieder trifft Jesus auf Frauen und es sind immer wieder die Frauen, die Emotionen der Bestürzung, der Trauer, des Schmerzes zeigen.  Das erste Mal ist ein Kind auf dem Bild. Auf der anderen Seite steht wieder ein Mann mit einem langen Bart und einem talarartigen Gewand. Wieder ein Hohepriester? Sein Mund ist geöffnet, als ob er spricht. Er scheint nichts an der Situation zu bedauern. Dieses Bild berührt uns sehr stark. Wo sind die Männer, die zu Jesus stehen könnten? Wo ist die Betroffenheit der Männer? Auf keinem Bild bisher war ein Mann mit einer positiven Geste Jesus gegenüber. Alle Männer hier walten ihres Amtes und wirken gnadenlos.

9. Station Jesus fällt zum 3. Male

9. Station Jesus fällt zum 3. Male

Und nun zum dritten Male drei Soldaten um Jesus herum, einer inzwischen sogar auf einem Pferd und mit einem Schwert.  Ungehaltenheit spricht aus den Gesichtern. Langsam bekomme ich das Gefühl, dass hier Männer und Frauen für etwas sehr Geschlechter-archetypisches stehen: Die Männer für den Verstand, die Macht, die Regeln und die Unterscheidung, die Frauen für die Emotionen, die Herzlichkeit, die Annahme und das Gemeinsame stehen. Und das Kind steht für das Leben. Und das wendet sich im vorherigen Bild an die Frauen. Das hat hier nichts mit Feminismus zu tun, die Bilder haben wir nicht gemacht.

10. Station Jesus wird seiner Kleider beraubt

10. Station Jesus wird seiner Kleider beraubt

Mit starken Bewegungen berauben zwei der Männer Jesus seiner Kleidung. Der dritte hält einen Krug in der Hand. Hinter dem Kopf des Anderen reicht er Jesus seinen Kelch mit der Galle. Jetzt ist es so weit, jetzt kommt das Bittere. Jesus Gesicht wirkt demütig, er lässt es über sich ergehen. Ein grausiges Detail entdecken wir auf dem Bild, es erinnert an Hammer und Zirkel auf dem Kreuzweg von Point Alpha:

Die Nägel, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wird

Die Nägel, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wird

Die Nägel, ein grausames Detail der Kreuzigung. Nicht festgebunden, sondern ans Kreuz genagelt! Wir sind inzwischen innerlich schon sehr betroffen und berührt. Menschen, die ihren Job machen und dabei einen Menschen verletzen und töten werden. Ich saß einmal in einem Gottesdienst in unserer Kirche. Auch bei uns gibt es gemischtkonfessionelle Paare, bei denen nur einer zur Kommunion zugelassen ist. Tief in meinem Herzen hat es mich da berührt und ebenso betroffen gemacht: Wie grausam und hartherzig muss man sein, um mit einem gläubigen und christlich engagierten Menschen so umzugehen und ihn gegenüber Jesus außen vor zu lassen – aus Gehorsam gegenüber der Kirche?! Mal so gefragt: Würde Jesus so handeln? Sorry, du kriegst hier nichts. Du darfst mich hier nicht verinnerlichen. Mir steigt es dabei kalt den Rücken herauf. Ist ja nur ein Gefühl? Fühlen sich hier nicht Kelch und Hostienschale wie diese Nägel an?

11. Station Jesus wird ans Kreuz geschlagen

11. Station Jesus wird ans Kreuz geschlagen

Dies ist der schmerzlichste Moment insgesamt, man sieht den Hammer in voller Aktion. Die Hände Jesu sind schon festgenagelt. Wieder drei Männer. Einer mit dem Hammer, einer, der das Kreuz festhält, und in der anderen Hand auch einen Hammer hält. Einer, der abfällig zeigt. Einer der eine Peitsche? in die Luft hält. Eine von uns beginnt angesichts dieser Station zu weinen. Ich nehme sie in den Arm. Sie sagt: „So geht es mir immer wieder. Immer wieder fühle  ich mich wie ans Kreuz geschlagen!“ Sie ist auf ihrer letzten Stelle gemobbt worden. Ich fordere sie auf: „Frage ihn: Wie soll ich damit umgehen?“ Und ich selbst schaue Jesus auch an und frage ihn: „Sag mir das doch bitte auch!“ Und in mir kommen die Worte hoch: „Bleib in der Liebe und segne sie!“ Ein einfacher wenn auch schwerer Weg, sein Weg.

Und während ich noch die eine Pilgerin im Arm halte, während sie auf Jesus schaut und um Fassung ringt, beginnen neben uns ein paar Männer auf einer Bank neben uns sich über Fußball und Urinieren zu unterhalten, ca. 1,5 m von dieser Station entfernt? Wissen die nicht, wo sie gerade sind bzw. ist es ihnen egal? Keine Pietät? Ich spreche sie an und bitte sie, sich an einem solchen Ort vielleicht anderer Themen zu anzunehmen bzw. uns die Möglichkeit zu geben, hier unseren Weg in Bedachtsamkeit zu erleben. Kaum sind sie ruhig, beginnt auf der anderen Seite eine Fünfergruppe, sich mit lauten Stimmen darüber zu einigen, wo sie jetzt hingehen sollen: In den Biergarten, noch etwas spazieren, ein paar Fotos machen, was auch immer. Und das zieht sich und zieht sich und zieht leider unsere Aufmerksamkeit von der Szene weg. Auch sie spreche ich darauf an, uns etwas Besinnung zu gönnen. Sie fühlen sich ungerecht angemacht und bleiben weiter so laut, um ihren Verbleib zu klären. Nochmals bitte ich um Ruhe. Ungehalten verschwinden sie.

12. Station Jesus stirbt am Kreuz

12. Station Jesus stirbt am Kreuz

Nur wenige Meter weiter ist die Kalvarie, eine große Treppe führt hinauf. Dieser Moment, zu Jesu Füßen vor seinem Kreuz zu stehen, geht immer zu Herzen. Allerdings auch hier nicht allen. Wir sprechen zusammen ein Vaterunser. Wieder ein ähnlicher Zwischenfall. Eine Gruppe Touristen macht irgendwas, was uns schwer ablenkt. Wieder sage ich was und direkt danach fühle ich mich wie Petrus, als der Hahn krähte. Ich habe das Wort, was ich so kurz vorher erhalten habe, nicht umgesetzt. Ich habe dreimal die Chance gehabt es auszuprobieren. Ich bin nicht in der Liebe geblieben und habe sie gesegnet, sondern habe mit weltlichen Methoden gearbeitet. Jetzt war es deutlich. Am Fuß des Kreuzes konnte ich es wahrhaftig annehmen und seither praktiziere ich es, wann immer ich ein Problem mit jemandem habe. Segen! Der Weg ist:

Bleib in der Liebe und segne sie.

Das ist der Weg zur Wiedervereinigung. Kein Einklagen von Positionen, kein Einfordern von Pietät. Nicht dem Anderen was zu sagen zu haben glauben. Keine Führung, keine Sonderrollen, keine Macht. Teil des Ganzen sein, Einordnen, den Anderen nehmen und so lassen, wie er ist. Zeit geben. Liebe und Segen: Um Gottes Heilkraft für den anderen Menschen bitten. Das ist es, was uns allein zusteht. Alles Andere liegt in Gottes Hand. Das liebende Herz, das die Vereinigung sucht, siegt über Verstand und Gedanken. Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus (Phil. 4,7).

13. Station Jesus wird vom Kreuz abgenommen

13. Station Jesus wird vom Kreuz abgenommen

Ja, werden wir alle zu Josef von Arimathäa und nehmen Jesus vom Kreuz ab, damit die tägliche Kreuzigung – wie im Klostergarten von Hünfeld benannt – endlich ein Ende hat. Er ist der erste konstruktiv und emotional wirkende Mann auf diesem ganzen Kreuzweg. Die letzte Station auf dem Kreuzweg ist ein Haus, ein Mausoleum. Wenn man durch ein Fensterchen schaut, liegt Jesus noch drin. Wir sind innerlich durchgeschüttelt.

Wir steigen die Treppe herunter, da ist es schon ein Uhr. Der Biergarten ist voller Wallfahrer und Touristen. Uns ist auch nicht so recht nach Bratwurst und Bier und bierseliger Stimmung, sondern eher nach Kaffee und Kuchen und Besinnlichkeit. Und so gibt es jetzt eine wundervolle Belohnung für uns. Wir gehen ins Café oberhalb der Klosterkirche und finden einen schönen Platz auf der Terrasse. Eine gibt eine Kuchenlage aus.

Im Cafe ‚Zum Elisäus‘

Wir unterhalten uns noch ein wenig über die Eindrücke. Plötzlich wird es laut und ein Traktor fährt auf den Hof. Und dann noch einer. Und noch einer. Es wird immer lauter. Und noch einer und das könnte ich jetzt 60 mal schreiben, denn ca. 50, 60 Traktoren fahren an uns vorbei zur Kirche, wenden und stellen sich davor im Kreis auf. Kleine Traktoren, große Traktoren, vor allem alte Traktoren sind es. Jetzt sind wir neugierig. Wir sind Stadtmenschen, wann sehen wir schon mal einen Trecker? Wir entdecken: Hier findet eine Trecker-Oldtimer-Wallfahrt statt. Renate und Lesya wollen aufs Zimmer gehen, Monika und ich lassen uns das Erlebnis nicht entgehen. Nun, da muss also vorher noch ein Abschiedsfoto her:

Abschiedsfoto von unserer Vierergruppe mit Trekkern

Abschiedsfoto von unserer Vierergruppe mit Treckern

Oldtimer-Wallfahrt für Traktoren

Oldtimer-Wallfahrt für Traktoren

Wir schauen uns die Fahrzeuge an und sprechen mit den Leuten, die die Maschinen zum Glück ausgestellt haben. Kurz darauf beginnt eine Andacht. Die Traktorfahrer haben auch ihre eigene „Blasmusi“ mitgebracht, die statt Orgelklang die Gesänge der Andacht begleiten.  Wir Zwei bleiben dabei und singen mit. Der Vereinsvorsitzende hält eine schöne Ansprache über die Verschiedenheit der Menschen und vergleicht – passend zu Franziskus – die Menschen mit Tieren mit so üblichen Redensarten, mit denen wir unseren Nächsten oft uncharmant bezeichnen. Er ruft dazu auf, die Anderen in ihrer Verschiedenheit einfach anzunehmen. Auch der Priester hält eine Andachtsansprache und segnet die Trecker mit Weihwasser. Ich bin innerlich so amüsiert von dieser Wallfahrt und denke: Wenn Du in der Liebe bist, dann ist es wirklich egal, mit wem zusammen man Gottesdienst feiert, dann kann man sogar mit Treckern feiern. Wir singen zum Abschluss: „Großer Gott, wir loben Dich“, ein Lied, was oft zu großen Anlässen gesungen wird. Das passt für uns zum Abschluss. Wir loben Dich wirklich von ganzem Herzen für all das, was wir erleben durften!

Als Monika aufbricht, verabschieden wir uns von ihr am Bruder-Franz-Haus, das wir nun besichtigen wollen. Komm gut heim!

Das erste, was uns begegnet, ist sein Sonnengesang, den ich uns auch zum Beten mitgebracht hatte. Hier ist er wunderschön dargestellt in Verbindung mit all den Elementen, in denen wir Gott verehren können. Total schön! Im Haus ist auch sein Lebensweg dargestellt. Franz von Assisi hat allem Materiellen entsagt und hat den Weg der Demut gewählt, die intensive Nachfolge Jesu Christi. Man sagt ihm ein sonniges Gemüt nach und die Fähigkeit, mit Tieren, der ganzen Schöpfung kommunizieren zu können. Er soll sogar den Jakobsweg beschritten haben, in Santiago de Compostela gewesen sein, das verbindet uns. Besonders beeindruckt mich sein Berufungserlebnis. Zum einen die Frage: „Wer kann dir besseres geben, der Herr oder der Knecht?“ als er an einem Kriegszug im Auftrage des Papstes teilnehmen will. Franziskus entscheidet sich für den Herrn und gegen Krieg und Papst und kehrt um.

Er bittet um Sendung. Sein Gebet: „Höchster lichtvoller Gott, erleuchte die Finsternis in meinem Herzen. Gib mir einen Glauben, der weiterführt, eine Hoffnung, die durch alles trägt und eine Liebe, die niemanden ausschließt. Lass mich spüren, wer du bist, und erkennen, wie ich deinen Auftrag erfülle.“ Diese Gebet finde ich großartig. Eine Liebe, die niemanden ausschließt, genau das ist es, was wir brauchen, um die Einheit der Christen vollziehen zu können. Dieses Gebet können wir immer wieder sprechen.

Die Antwort, die er erhält, lautet: „Gehe und baue mein Haus wieder auf, das zerfällt, wie du siehst!“ Dieser Auftrag an Franziskus, der kann für uns alle gelten. Das gemeinsame Haus der Kirche ist unleugbar zerfallen. Wer könnte nach diesen Worten ignorieren, dass Gott das zuhöchst missfällt. Halten wir uns an Franziskus und bemühen wir uns um einen Liebe, die niemanden ausschließt. Die Mittel und Wege des Franziskus waren Buße, konkrete Arbeit, Demut, Machtverzicht, Liebe zur Armut, ja sogar Hochzeit, ewige Bindung mit ihr. Das Haus Gottes ist nicht feudal, denn (Joh 13,16:) Ich sage euch die Wahrheit: Ein Diener steht niemals höher als sein Herr, und ein Botschafter untersteht dem, der ihn gesandt hat.

Einen weiterer Ausspruch von Franziskus gegenüber dem Bischof von Assisi fällt mir ebenfalls als bemerkenswert und passend ein: „Mein Herr, wenn wir Eigentum hätten, so wären uns Waffen notwendig zu unserem Schutz. Denn aus ihm erwachsen Rechtsstreit und Händel, und hierdurch pflegt die Liebe Gottes und des Nächsten Abbruch zu leiden.“ Bei der Ökumene empfinde ich ebenfalls Rechtsstreit und Händel zwischen den Konfessionen. Und so frage ich mich: „Was haben die Konfessionen zu verlieren? Was fürchten sie zu verlieren?“  Einheit zu schaffen ist Gottes Wille zu erfüllen. Kann es anders sein, als dass Gott in diesem Prozess dann genau das erhalten wird, was er für wahr und wichtig hält? Wird es nicht so sein, wie es Gamaliel in der Apostelgeschichte (5,38-39) sagt: „Ist dies Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird’s untergehen; ist es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten – damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen.“ Das könnte zum einen bedeuten, dass es in allen Konfessionen Erhaltenswertes gibt, weil sie bisher nicht untergegangen sind. Und es bedeutet bestimmt, dass auf diesem Weg der Liebe Gott alles, was Sein Willen ist, erhalten bleiben wird.  Und das ist das Beste, was es für die Christenheit geben kann. Denn sein Wille ist die Liebe an sich. Und dazu fällt mir dann der Taizé-Song „Gott ist nur Liebe“ ein.

Gott ist nur Liebe.
Wagt für die Liebe alles zu geben!
Gott ist nur Liebe.
Gebt Euch ohne Furcht!

Alles geben! Ja bitte! 

Im Bruder-Franz-Haus befinden sich auch Bilder der Franziskaner in Berlin-Wedding, die hier eine große Suppenküche für die Armen betreiben. Ca. 500 Mittagessen am Tag geben sie aus.  Ach es ist schön hier, Freude an wahrer Christenheit. Wir erstehen uns noch Andenken. Ich nehme mir von dieser Reise ein einfaches Holz-Tau mit, Renate eine silberne Jakobsmuschel.

Anschließend beginnt für mich eine weitere wunderbare Belohnung. Für das Kümmern und Vorbereiten der Reise bekomme ich eine wundervolle Massage, vor allem von Lesya eine exzellente Fußreflexzonenmassage. Das können meine vielbeschäftigten Pilgerfüße sehr gut gebrauchen.  Ich genieße und bedanke mich. Ich nutze die entstandene Entspannung und erlaube mir ein erholsames Schläfchen.

Das gute Wetter hat sich jetzt ausgewettert. Es beginnt zu regnen. Wahrscheinlich wurden darum gestern überall noch die Wiesen gemäht. An der Essensausgabe leisten wir uns heute abend nochmals ein echt bayrisches Abendessen. Wir treffen uns auf ein letztes Glas Wein im Wintergarten des Antoniusbau und schließen den Tag mit einem Spätgebet und der Lesung ab. Es ist alles gut jetzt.

EVANGELIUM                                                                            Joh 16, 23b-28

Der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

23bAmen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. 24Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. 25Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde. 26An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde;27denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

Lehre des Tages ganz klar: Wenn Dich jemand nervt oder sogar verletzt, so bleibe in der Liebe und segne ihn. Damit öffnest Du Gottes Heilstrom auf diesen Menschen, die einzige Möglichkeit für Wandel. Und selbst versündigst Du Dich nicht durch Lieblosigkeit.

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5. Juni 2011 Vom Kloster Kreuzberg nach Berlin

5 Jun

Von Gabriele

Es ist Sontag, es ist Sonntagsmesse! Um 7.30 Uhr stehe ich auf der Matte bzw. in der Kirche. Pilger können gut früh aufstehen und so ist es heute auch. Die Nacht habe ich erstmals alleine geschlafen und das sehr gut! Ich freue mich und bin glänzender Laune und genieße die schöne Kirche und diesen bayrischen Gottesdienst. Auch das Frühstück ist wieder so schön wie gestern, auch wenn wir jetzt nur noch zu dritt sind. Ein letztes Mal geht es in die Zimmer, um ein letztes Mal den Rucksack zu packen. Auch ohne Menschen erhalten wir vom Kloster einen Abschiedssegen, den wir gerne annehmen:

Nette Verabschiedung des Klosters Kreuzberg

Kurz nach 9 Uhr machen wir uns auf den Weg.Wir wollen den ersten Bus vom Parkplatz nehmen in Richtung Bischofsheim. Von dort aus geht es dann weiter nach Neustadt an der Saale zum Bahnhof.

Ein letzter Blick zurück aufs Kloster und den noch leeren Biergarten

Der Abstieg zum Parkplatz ist leicht, es geht nun ein wenig bergab. Ganz pünktlich kommt auch unser Bus. Mit dem Hochrhöner fahren wir nach Bischofsheim. Dort angekommen sagt uns der Fahrer: „Steigen Sie mal aus, in einer halben Stunde hole ich Sie wieder ab!“ Ach so, es ist derselbe Bus. Schnell frage ich ihn: „Können wir dann die Rucksäcke hier drin lassen, dann brauchen wir sie nicht schleppen.“ Wir dürfen und springen frei aus dem Bus. Prima, dann haben wir jetzt noch eine halbe Stunde, um uns Bischofsheim anzuschauen. Gott hat noch eine Überraschung für uns bereit. Als wir auf den Ort zugehen, da treffen wir auf ein Schild, was unsere Reise total kennzeichnet:

Wir laden ein; katholisch, evangelisch, orthodox! Ein perfektes Symbol unserer Pilgerwanderung

Wir laufen in das gemütliche Städtchen hinein. Und schon bald entdecken wir orthodoxe Symbole an einer Hauswand und einen kleinen Zwiebelturm. Es war die Orthodoxe Kirchengemeinde St. Nektarios. Die Tür stand offen, wir gingen hinein und die Treppe hinauf.

Die russisch-orthodoxe Kirche St. Nektarios in Bischofsheim

Der Gottesdienst hatte gerade begonnen. Es duftete nach Kerzen.  Und von einem Moment zum anderen verwandelte sich Lesya. Sie legte sich ihr Tuch über den Kopf und die Schultern, so wie es in ihrer Heimat üblich war. Sie war angekommen. Der Gesang war getragen und wunderschön und wir wurden erfasst. Wir verbrachten eine wahrhaft berührende Zeit in dieser kleinen Kirche.

Leider konnten wir nicht bleiben, aber dies als Zeichen hat schon gereicht. Ohne es zu wissen hatten wir auch diesen Ort auf dem Zettel. Unsere Reise hatte hier – in der letzten halben Stunde – seinen noch fehlenden Teil ergänzt bekommen. Etwas, was ich nicht hätte planen und wissen können. Es geschah einfach, wir wurden geführt, Gott hat das Seine zu unserer Reiseplanung dazugegeben. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um auch noch einmal an die orthodoxe Kirche erinnert zu werden, dass sie dazu gehört. Um zu zeigen, dass wir vier wirklich mit Bedacht gewählt waren. Lesya und ich haben uns zu einem orthodoxen Gottensdienst in Berlin verabredet, damit wir beide das noch einmal und in ganzer Schönheit und Vollständigkeit erleben können.

Gelobt sein Jesus Christus! (Ikone aus der Kirche in Bischofsheim)

Was ich später herausfand: Auch der Heilige Nektarios von Ägina, dem diese Kirche geweiht ist, hatte ökumenische Gedanken. Er schrieb ein Buch mit dem Titel „Historische Studie über die Ursachen des Schismas von 1054, über die Gründe der Fortdauer und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Vereinigung der östlichen und der westlichen Kirche“.  Wir waren beseelt und – nun hatten wir fertig. Wir eilten zum Bus zurück und  bald kam er auch – samt unseren Rucksäcken.

An der Bushaltestelle: Lesyas Blick spricht Bände

Über den Rest ist nicht mehr viel zu erzählen. Mit einem Schönes-Wochenende-Ticket fahren wir über  Erfurt und Magdeburg zurück nach Berlin-Alexanderplatz. Ereignisreiche Tage hatten uns still, zufrieden und erfüllt gemacht. Wir waren am „Verdauen“ des Geschehens. Unterwegs gab es noch die letzte Lesung.

EVANGELIUM                                                                             Joh 17, 1-11a

Vater, verherrliche deinen Sohn!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit 1erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. 2Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. 5Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. 6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten. 7Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. 9Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. 10Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. 11aIch bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

Lehre des Tages: Was man nicht planen kann, das gibt Gott dazu!

Danke für alles! Gelobt sei Gott der Herr!

 

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