Der Weg der Hoffnung: Der Kreuzweg von Point Alpha

5 Jun

Jesus Passion in Schrott - Skulpturen des Bildhauers Ulrich Barnickel

Von Gabriele

Der Kreuzweg von Point Alpha verdient ganz klar eine eigene, in sich abgeschlossene Seite! Er wurd am 26. März 2010 eingeweiht und enthält direkt neben dem Haus auf der Grenze auf dem alten Grenzstreifen 14 eindrucksvolle Skulpturen des Bildhauers Ulrich Barnickel. Zusammen mit der umgebenden Natur zeigt sich ergreifend der Weg Jesu aus Gewaltverzicht, Drangsal in die Überwindung des Irdischen – am Schluss hängt er seine Dornenkrone mit einem gefühlten „Tschüss – man sieht sich!“ förmlich „an den Nagel“. Modern und mit starker Botschaft und einem grandiosen Ende mit der Aussicht in die Weite und Schönheit Gottes und seiner wahren Schöpfung.  Durch Zufall bin ich den Weg allein gegangen – die anderen waren mir voraus – im Gebet für die Einheit der Christen.

1. Station Willkür – Jesus von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt

1. Station Willkür

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“

Was könnte dieser Pilatus sagen? Was hören wir Trennendes von den Kirchen? Wie urteilen sie übereinander?

2. Station: Unterdrückung – Jesus nimmt sein Kreuz auf sich

2. Station Unterdrückung – Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Ich sehe am Himmel hinter dem Kreuz einen Arm, eine Hand, die das Kreuz mithält. Wer unterdrückt wird, der wird von Gott gehalten.

3. Station Zwang – Jesus stürzt zum 1. Male mit dem Kreuz

3. Station Zwang - Jesus stürzt das 1. Mal mit dem Kreuz

Zwang – und Jesus fällt. Das 1. Schisma 417? (Die Stürze sind in den Evangelien nicht dokumentiert).

Mit Zwang geht nichts auf Dauer, mit Liebe schon. Welche Zwangsmaßnahmen werden in der Ökumene eingesetzt? Wozu will man einander zwingen?

4. Station: Entsetzen – Jesus trifft auf seine Mutter

4. Station Entsetzen – Jesus und Maria

Gebeugt, fast gebrochen und mit hängenden Armen steht die Gottesmutter vor ihm, wie soll sie das ertragen? Eine kleine Mohnblume steht zwischen ihnen – blutrot…

5. Station: Solidarität – Simon von Cyrene hilft Jesus mit dem Kreuz

5. Station Solidarität - Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zu tragen

Als ob ein Engel über seiner Hand schwebt….

Berührend - Jesu Hand

Wo legt man gemeinsam die Hand ans Kreuz? Wo hilft man einander in der Ökumene? Irgendwo?

6. Station Mit-Leid – Veronika und das Schweißtuch

6. Station Mit-Leid – Veronika mit dem Schweißtuch

Im Schweißtuch ein Abbild des Himmels… Schau in den Spiegel und erkenne!

7. Station Gewalt – Jesus stürzt das 2. Mal

7. Station Gewalt - Jesus stürzt zum 2. Mal

Jesus muss sich sehr tief beugen. Das 2. Schisma in 1054?

Gewalt ist keine Lösung. Unerbittlich in Positionen zu verharren ist auch Gewalt.

8. Station Trost – Jesus und die Frauen Israels

8. Station Trost – Jesus und die Frauen Israels

Unter Jesus wuchsen ein paar Mohnblumen und es war mir, als ob sie Jesu Blut wären – frisches Blut! Er blutet noch immer…

9. Station Kreuz – Jesus stürzt das 3. Mal

9. Station - Jesus stürzt das 3. Mal

Das 3. Schisma 1517 mit dem Beginn der Reformation? Er liegt am Boden – und wieder Blut.

10. Station Entwürdigung – Jesus wird nackt ausgezogen

10. Station Entwürdigung – Jesus wird nackt ausgezogen

Wer hat den Mohn gesät, gesetzt? Menschen? Oder der große Sämann? Die Wunden und Risse auf seiner Brust werden sichtbar. Ihr Blut zu seinen Füßen?

11. Station Mord – Jesus wird ans Kreuz genagelt

11. Station Mord - Jesus wird ans Kreuz genagelt

Man sieht deutlich den Schrei aus Jesu Mund – laut oder stumm? Ich möchte mitschreien!

Beachtenswert als Zeichen des Henkers: Hammer in der Hand und Zirkel (am Po des Schlächters), die Fahnenembleme der DDR! Es geht hier um die, die die Mauer(n) überwinden wollten. Und wer wird heute gekreuzigt? Menschen, die in Liebe und im Alltag Mauern überwinden, z.B. Ehepaare unterschiedlicher Konfessionen.

12. Station Verzweiflung – Jesus stirbt am Kreuz

11. Station Mord - Jesus stirbt am Kreuz

Der Himmel  zeichnete uns selbst noch ein Kreuz dazu! Es ist nicht nur Erinnerung, es ist auch jetzt!

Die sieben Worte Jesu am Kreuz:

“Um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: “Eli, Eli, lama asabthani?” das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Mat 27,46

Der andere Übeltäter sprach: “Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich
kommst!” und Jesus sprach zu ihm: “Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du
mit mir im Paradiese sein.”  Lukas 23,24f.

Jesus sprach: “Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!”
Lukas 23,34

„Und Jesus rief laut und sprach: “Vater, ich befehle meinen Geist in deine
Hände!” und als er das gesagt, verschied er.“ Luk. 23,46

“Es stand aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester,
Maria, des Kleopas Frau, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter
sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter:
»Weib, siehe, das ist dein Sohn!«danach spricht er zu seinem Jünger: »Siehe,
das ist deine Mutter!«und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.”
Joh. 19,25-27

“Danach, da Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, auf daß die Schrift
erfüllt würde, spricht er: “Mich dürstet!””
Joh 19,28

„Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er :”Es ist vollbracht!” und
neigte das Haupt und verschied.“ Joh. 19,30

Ein Leitfaden, eine Gebrauchsanleitung für uns zur Einheit der Christen?

Zustand der Gottverlassenheit bemerken -> Den anderen mitnehmen -> Vergebung -> Den eigenen Geist (Überzeugungen) aufgeben und in Gottes Hand legen -> Eine neue Familie bilden -> Den Durst des Anderen stillen, bzw. den Essig trinken, den es für das eigene Ego bedeuten kann -> Vollenden

Ich kniete am Kreuz, sah wieder das Blut aus Mohnblüten, ich betete. Als ich so kniete, da sah ich aus dieser Geste der Anbetung und auch der Demut eine neue Perspektive:

„Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“
Johannes 8,12

Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt

Und auch hier zeigt das Licht ein weiteres Kreuz, ein Kreuz aus Licht.

13. Station Opfer – Jesus wird vom Kreuz abgenommen

13. Station Opfer - Jesus wird vom Kreuz abgenommen

Eine ungewöhnliche Pietra – und auch hier wieder ein paar Blutstropfen am Rande. Ein Gesätz für sie gebetet. Den Schmerz fühlen, den die Kreuzigung verursacht.

14. Station Hoffnung – 3 Türen in die andere Welt

14. Station Hoffnung 3 Türen in eine andere Welt

Eigentlich normalerweise die Grablegung, da sind hier nur 3 Türrahmen, die in eine offene Zukunft führen. Ich durchschritt die dreifaltige Tür zur Hoffnung auf ein gemeinsames Ganzes. Das Erstaunliche:

Die letzte Tür - die Dornenkrone als ihr Wegezoll

An der letzten Tür hängt die Dornenkrone, als hätte sie Jesus beim Hindurchgehen hinterlassen. Und wenn wir durch die letzte Tür gehen in die unendliche Weite einer wiedervereinten Kirche, dann bedarf es auch, dass wir stacheliges, stechendes, trennendes, schmerzhaftes, verletzendes Gedankengut, Glaubenskonstrukte, Überzeugungen abgeben und hinter uns lassen. Wenn wir die letzte Tür als die Tür des Heiligen Geistes betrachten, dann geht es hier darum, durch das Zurücklassen unserer Gedanken und die Teilhabe am Heiligen Geist, am Geist der Einheit voranschreiten. Ein Versprechen – bestimmt. Vor der Tür sind noch die letzten Blutstropfen, die beim Abnehmen der Dornenkrone von seinem Haupte troffen, danach das scheinbar unendliche Grün der Hoffnung.

Das Licht des Geistes hinter der Dornenkrone

Hinter der Dornenkrone erscheint das Licht wie ein Kopf,
der von einem Heiligenschein gekrönt ist,
die nächste Krone Jesu Christi,
die Krone des Heiligen Geistes.

 Wohin geht es jetzt? Die Wegbeschreibung ist nachzulesen in Epheser 4:

1 Lebt so, wie Gott es von denen erwartet, die er zu seinen Kindern berufen hat. 2 Überhebt euch nicht über andere, seid freundlich und geduldig! Geht in Liebe aufeinander ein! 3 Setzt alles daran, dass die Einheit, wie sie der Geist Gottes schenkt, bestehen bleibt durch den Frieden, der euch verbindet. 4 Gott hat uns in seine Gemeinde berufen. Darum sind wir ein Leib. In uns wirkt ein Geist, und uns erfüllt ein und dieselbe Hoffnung. 5 Wir haben einen Herrn, einen Glauben und eine Taufe. 6 Und wir haben einen Gott. Er ist der Vater, der über uns allen steht, der durch uns alle und in uns allen wirkt. 7 Jedem Einzelnen von uns aber hat Christus besondere Gaben geschenkt, so wie er sie in seiner Gnade jedem zugedacht hat. 8 Nicht ohne Grund heißt es von Christus: „Er ist in den Himmel hinaufgestiegen, er hat Gefangene im Triumphzug mitgeführt und den Menschen Gaben geschenkt.“ 9 Wenn es aber heißt: „Er ist in den Himmel hinaufgestiegen“, so bedeutet dies doch, dass er vorher zu uns auf die Erde gekommen ist.  10 Der zu uns herabkam, ist derselbe, der auch wieder hinaufgestiegen ist. Jetzt ist er Herr über den Himmel und erfüllt das ganze Weltall mit seiner Macht. 11 Einige hat er zu Aposteln gemacht, einige reden in Gottes Auftrag prophetisch, und andere gewinnen Menschen für Christus. Wieder andere leiten die Gemeinde oder unterweisen sie im Glauben. 12 Sie alle sollen die Christen für ihren Dienst ausrüsten, damit die Gemeinde Jesu aufgebaut und vollendet wird. 13 Dadurch werden wir im Glauben immer mehr eins werden und den Sohn Gottes immer besser kennen lernen. Wir sollen zu mündigen Christen heranreifen, zu einer Gemeinde, in der Christus mit der ganzen Fülle seiner Gaben wirkt. 14 Dann sind wir nicht länger wie unmündige Kinder, die sich von jeder beliebigen Lehrmeinung aus der Bahn werfen lassen und die leicht auf geschickte Täuschungsmanöver hinterlistiger Menschen hereinfallen. 15 Stattdessen wollen wir die Wahrheit in Liebe leben und zu Christus hinwachsen, dem Haupt der Gemeinde. 16 Er versorgt den Leib und verbindet die Körperteile miteinander. Jedes Einzelne leistet seinen Beitrag. So wächst der Leib und wird aufgebaut in Liebe.

17 Darum hat mir der Herr aufgetragen, euch zu sagen: Lebt nicht länger wie Menschen, die Gott nicht kennen! Ihr Denken ist verkehrt und führt ins Leere, 18 ihr Verstand ist verdunkelt. Sie wissen nicht, was es bedeutet, mit Gott zu leben, und ihre Herzen sind hart und gleichgültig. 19 Ihr Gewissen ist abgestumpft, deshalb leben sie ihre Leidenschaften aus. Sie sind zügellos und in ihrer Habgier unersättlich. 20 Aber ihr habt gelernt, dass solch ein Leben mit Christus nichts zu tun hat. 21 Was Jesus wirklich von uns erwartet, habt ihr gehört – ihr seid es ja gelehrt worden: 22 Ihr sollt euer altes Leben wie alte Kleider ablegen. Folgt nicht mehr euren Leidenschaften, die euch in die Irre führen und euch zerstören. 23 Gottes Geist will euch durch und durch erneuern.24 Zieht das neue Leben an, wie ihr neue Kleider anzieht. Ihr seid neue Menschen geworden, die Gott selbst nach seinem Bild geschaffen hat. Ihr gehört zu Gott und lebt so, wie es ihm gefällt. 25 Belügt einander also nicht länger, sondern sagt die Wahrheit. Wir sind doch als Christen die Glieder eines Leibes, der Gemeinde Jesu. 26 Wenn ihr zornig seid, dann ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr einander vergeben habt. 27 Gebt dem Teufel keine Gelegenheit, Unfrieden zu stiften. 28 Wer früher von Diebstahl lebte, der soll sich jetzt eine ehrliche Arbeit suchen, damit er auch noch Notleidenden helfen kann. 29 Redet nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein, eine Wohltat für alle. 30 Beleidigt nicht den Heiligen Geist. Als Gott ihn euch schenkte, hat er euch sein Siegel aufgedrückt. Er ist doch euer Bürge dafür, dass der Tag der Erlösung kommt. 31 Mit Bitterkeit, Jähzorn und Wut sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Schreit einander nicht an, redet nicht schlecht über andere, und vermeidet jede Feindseligkeit. 32 Seid vielmehr freundlich und barmherzig, und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

 Amen!

Advertisements

2 Antworten to “Der Weg der Hoffnung: Der Kreuzweg von Point Alpha”

  1. Raz Ben Or 8. Juli 2016 um 12:02 #

    Hammer Bilder, mir kommen die Tränen. Jesus ist der Grösste und wird es immer bleiben. Das Abbild göttlicher Gerechtigkeit und Glanzes. So einem Gott der sein Bestes für uns gegeben hat, folge ich überall hin. Kein Gott der unser Tod will, sondern ein Gott der für uns den Tod und die Schande schmeckte, damit wir wieder zu dem Glanz und Würde gelangen die er uns von Anfang an angedachte und bestimmt hatte. Seine Kinder zu sein!

Trackbacks/Pingbacks

  1. 31. Mai 2011: Von Point Alpha zum Kloster Hünfeld « Pilgern für die Einheit der Christen - 1. Oktober 2011

    […] Auf dem ehemaligen Grenzstreifen laufen wir weiter zum Haus auf der Grenze. Hier erhalten wir unseren Stempel für den Pilgerpass. Wir wollen uns lieber dem Kreuzweg widmen, daher sehen wir von einem Besuch der Ausstellung ab. Gegenüber vom Haus steht ein altes Steinkreuz. Ein Mitarbeiter erzählt uns, dass die Menschen im Geisaer Land sehr gläubig sind und daher die Grenztruppen es nicht wagten, das Steinkreuz zu schleifen, das ja so nah an der Grenze stand. Unten auf dem Steinkreuz steht: „Lass an dem Kreuz mich stehen, mit Demuth, Herr, bei Dir, dir willig nachzugehen, das einzig ziemet mir.“ Während ich hier noch fotografiere und nach Pilgermanier ein kleines Holzkreuz dazustelle, sind die anderen schon weiter gegangen auf den Kreuzweg. Von diesem berichten wir auf einer Extraseite Der Weg der Hoffnung: Der Kreuzweg von Point Alpha. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: