Wir tun es wieder! Einladung zum Himmelfahrtspilgern!

20 Mrz
Wir starten in Eisenach und auf der Wartburg

Wir starten in Eisenach und auf der Wartburg

25 Jahre nach dem Mauerfall wollen wir

„Der Einheit auf der Spur“

pilgern

23. Mai – 1. Juni 2014

von Eisenach und der Wartburg

über Fulda zum Kloster Kreuzberg

Es sind noch 7 Plätze verfügbar.

Logo EAEEin gemeinsame Veranstaltung des Projektes Peregrinatio der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Berlin-Brandenburg und und der Pilgerherberge im Alltag in Berlin.

Hoffnung - Der Einheit auf der Spur, Skulptur von Ulrich Barnickel

Hoffnung – Der Einheit auf der Spur, Skulptur von Ulrich Barnickel

Der Mauerfall jährt sich dieses Jahr zum 25. Male, er hat das Leben von uns Berlinern und Brandenburgern enorm verändert. Ein Jahr später folgte die deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Sie soll uns auf unserem Pilgerweg „Der Einheit auf der Spur“ inspirieren.

Die Begegnung mit Jesus Christus in der evangelischen, katholischen und orthodoxen Tradition und die Spuren der Deutschen Wiedervereini­gung bieten uns Raum zum Spüren von Trennung und Einheit, kaltem Krieg und Frieden, Armut und Reichtum, Begrenzung und Freiheit.

Hier war Luthers Schreibstube

Auf dem Ökumenischen Pilgerweg beginnen wir unsere Wanderung in Eisenach in der Georgen-Kirche mit dem Pilgersegen. In Eisenach war 1925 der 1. Ökumenische Gottesdienst in Deutschland. Auf der Wartburg lebten zwei weltweit bekannte Christen. Zum einen übersetzte hier Martin Luther als Junker Jörg die Bibel ins Deutsche. Er war der Auslöser, aus dem die Reformation, jedoch auch die Kirchenspaltung hervorging. Was forderte Luther? Was passierte? Gibt es Parallelen zur deutschen Teilung?

Rose auf der Wartburg

Auf der Wartburg lebte auch Elisabeth von Thüringen, die als Fürstin ihr Leben der Barmherzigkeit Christi verschrieben hatte und die Armut, Einfachheit und Gleichheit lebte. Was kann sie uns auf den Weg mitgeben?Nach der Wartburg verläuft der Pilgerweg auf dem bekannten „Rennsteig“ nach Oberellen, von dort weiter nach Vacha. Diese Stadt war lange ein deutliches Schaubild der deutschen Spaltung. Heute verbindet sie nach der friedvollen Wiedervereinigung mit der Brücke der Einheit das ehemalige Ost und West. Vielleicht erfahren wir hier Einheit und Frieden? Sagt sie uns etwas zur Überbrückung von Gegensätzen für die christliche Ökumene? Auf dem Rhön-Jakobsweg… geht es jetzt weiter. In Vacha lebte einst der Serviten-Mönch Herrman König, der 1495 den Pilgerführer nach Santiago de Compostela verfasste: „Die walfart und straß zu sant Jacob“. Ein guter Einstieg in unseren Jakobsweg hier! Zunächst bleiben wir in Thüringen und durch­queren die raue Rhön über Bremen nach Geisa, einst die westlichste Stadt des Ostblocks. Von hier aus steigen wir auf zum Point Alpha, dem erstgeborenen Bruder vom Checkpoint Charlie in Berlin.

Kreuzweg in Point Alpha – Kreuz am im Himmel und auf der Erde

Im Haus auf der Grenze erfahren wir mehr! Auf dem anschließenden Kreuzweg „Hoffnung“ wird uns die Passion Jesu voranbringen. An diesem Ort über­schreiten wir nochmals die Grenze, von Ex-Ost nach Ex-West, nach Hessen, auch die vom evangelischen zum katholischen Land. In Hünfeld kehren wir im Kloster ein, in dessen Garten ein Labyrinth unseren kreativen Geist anregen kann und wir Ruhe finden.

Flurprozession auf dem Jakobsweg in Fulda

Himmelfahrts-Flurprozession auf dem Jakobsweg in Fulda

Fulda… ist die nächste Station unserer Pilger­reise. Hier gründete St. Bonifatius ein Kloster, das direkt dem Papst unterstand. Der Dom St. Salvator lädt uns am Himmelfahrtstag zur Heiligen Messe ein. Über Büchenberg und durch das Gichenbachtal erreichen wir mit einem Aufstieg auf 1148 m Höhe die Schwedenschanze, einem Überbleibsel des 30-jährigen Krieges, auch ein Religionskrieg. Über Oberweißenbrunn steigen wir auf zum Franziskaner-Kloster Kreuzberg, der letzten Station unserer Pilgerreise bergauf. Beim Armutsorden des Franz von Assisi und am Fuß des Kreuzes auf dem Kreuzberg, dem Ort wahrer Befreiung und Einheit, klingt unser Weg aus.

Kreuzweg des Klosters Kreuzberg

Kreuzweg des Klosters Kreuzberg

In Bischofsheim wollen wir als Abschluss der Reise einen orthodoxen Gottesdienst besuchen.

Organisatorisches

Beginn: 23.5.2014, nachmittags in Berlin Ende: 1.6.2014, nachmittags in Berlin Unsere Pilgerstrecke beträgt ca. 150 km, ca. 25 km pro Tag. Der. 31.5. ist ein Ruhetag. Die Übernachtungen finden in Klöstern und Pilgerherbergen statt. Schlafsack/Matte sind erforderlich. Frühstück und Abendessen sind teilweise in den Übernachtungen enthalten. Die Verpflegung gestaltet jeder individuell, wobei wir, wo immer dies möglich ist, gemeinsam einkaufen, die Verpflegung transportieren, sie teilen und gemeinsam kochen. So kann jeder selbst dafür sorgen, dass er be­kommt, was er braucht.

Hier wird eingekehrt! Biergarten des Klosters Kreuzberg

Hier wird eingekehrt! Biergarten des Franziskaner-Klosters Kreuzberg

Der Gesamtpreis der Reise beträgt 375 Euro. Er enthält alle Übernachtungen, Bahnanreise mit Gruppenticket ab Berlin, den Eintritt auf der Wartburg und in Point Alpha und die Begleitung. Max. 12 TeilnehmerInnen. Die gesamte Reise funktioniert nach dem Prinzip, dass wir die Pilgerreise organisieren und spirituell begleiten. Die Wegstrecke verläuft auf markierten Pilgerwegen, doch ein jeder bleibt für sich verantwortlich, eine Haftung von unserer Seite ist ausgeschlossen. Die Reise wird angeleitet von Gabriele Sych, Organisatorin der Pilgerherberge im Alltag. Die Teilnahme an den spirituellen Angeboten der Pilgerreise ist erwünscht, um dem Thema gerecht zu werden, dabei stets freiwillig. Jeder entscheidet selbst über das Maß seiner eigenen Beteiligung.

Christen aller Konfessionen sind willkommen.

Information und Anmeldung:
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung
Frau Susanne Weuda Email: s.weuda@akd-ekbo.de Telefon: 03381.250 27 21

Download pdf-Anmeldeformular hier: Anmeldung Der Einheit auf der Spur

oder an pilgerforumberlin@gmx.de

Anmeldeschluss: 1. Mai 2014

Vorbereitungstreffen: 9. Mai 2014 anlässlich des Mai-Termins der Pilgerherberge im Alltag

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung.

Einheit ist kein Ziel, sondern eine Art zu reisen – Gemeinsam

25 Sep

Jesus in der Kathedrale von Barcelona: Hier drauf kommt es an!

Einheit ist kein Ziel, sondern eine Art zu reisen.

Man kann Einheit nicht getrennt herstellen noch mit Werkzeugen der Trennung.

Jesus weist in der Regel auf sein Herz und nicht auf seinen Kopf.

“When the power of love overcomes the love of power, the world will know peace.” Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, wird die Welt Frieden kennen.
Jimi Hendrix

Ein Jahr später: Himmelfahrt 2012

17 Mai

Von Gabriele

Es ist ca. ein Jahr seit unserer Pilgerwanderung vergangen, in dem diese Reise nachklang. Ein solches Vorhaben bleibt nicht ohne Folgen auch für den eigenen Lebensweg! Zur Zeit sind Lesya und Renate auf dem Jakobsweg in Spanien, sie erfüllen sich jetzt ihren großen Traum vom Pilgern, für den sie im letzten Jahr Mut gefasst haben.

Ich selbst habe in diesem Jahr viel über Einheit gelernt. Von meinen Klienten, aus meiner Familie und vor allem aus meiner Partnerschaft. Ich habe eine etwas unheilige Vergangenheit. habe gegen Gottes Ordnung gesündigt. Ich habe nicht kirchlich geheiratet, sondern nur standesamtlich. Als ich heiratete, habe ich dies mit bestem Willen und viel Engagement für eine funktionierende Beziehung getan, aber auch mit dem Wissen, wenn es nicht klappt, dann lassen wir uns wieder scheiden. So, wie das viele Ehepaare in meiner Umgebung getan haben, unter anderem meine Eltern. Meine Ehe ist kirchenrechtlich für nichtig erklärt worden, weil ich zur Zeit der Eheschließung nicht die Unauflösbarkeit der Ehe angenommen habe. Ich lerne nun, wie das geht mit der Unauflösbarkeit. Ein wichtiger Teil davon ist das „Ja, mit Gottes Hilfe“. Das habe ich damals nicht ausgesprochen.

Denn im Prinzip kann es auch keine Auflösbarkeit der Kirchengemeinschaft geben, d.h. die Kirchenspaltungen sind im Großen genau so ein Verstoß gegen die göttliche Ordnung wie eine Scheidung im Kleinen zwischen zwei Menschen.  Wie kann man den Leib Christi spalten? Was wird dem Herrn damit angetan? Was war so wichtig? Und doch ist es geschehen. Ich kann mir vorstellen, dass durch diese menschlich herbeigeführten Spaltungen der Schutz und das Maß der Gnade für die Christenheit zurückgezogen wurde, so dass es zum jetzigen Zustand kam:

Auflistung der christlichen Konfessionen

In diesem Jahr wurde mir ein schrittweiser Weg gezeigt.

  1. Einheit im Geist herstellen, geistig gesund werden
    Durch einen schizophrenen Patienten wurde mir klar, dass ihm die Einheit im Geiste fehlt, was ja auch der Name der Krankheit sagt (griech. schizein = schneiden, phren = Gehirn). Zu den Symptomen der Schizophrenie gehört die sog. Positivsymptomatik wie Denkstörungen wie Wahnbildung und das Hören von inneren Stimmen, die nicht als dem eigenen Ich angehörig angesehen werden; Ich-Störungen wie Gedankeneingebungen;  Sinnesstörungen; Konzentrationsstörungen; Unruhe.  Aber auch die Negativsymptomatik wie Affektverflachung, Antriebsarmut, Freudlosigkeit und Asozialität. Mir fiel immer mehr auf, dass diese Symptome sich nicht nur auf Schizophrene begrenzen, sondern wir im Grunde genommen fast alle unter Wahnvorstellungen leiden, in vielem sogar kollektiven Wahnvorstellungen. Anders kann man z. B. die vielen Ängste und andere Emotionen nicht erklären, die zu der heutigen Verteilung von Armut und Reichtum in dieser Welt geführt haben, aber genauso die Affektverflachung gegenüber der immensen und todbringenden Not von so vielen Menschen in dieser Welt, die wir ständig hinzunehmen bereit sind (mehr dazu hier). Die meisten von uns haben selbst einen geteilten Geist, denken nicht zu Ende. Ein jeder prüfe sich mal selbst. Wir sind alle geisteskrank, individuell und kollektiv.Doch mit Gottes Hilfe kann die Einheit im Geiste wiederhergestellt werden. Dann werden wir stets auf  das Wohl aller Beteiligten achten und es gäbe weder Armut noch Reichtum, weil wir einander als Teil des göttlichen Ganzen sehen, wo keiner ohne den Anderen vollständig ist. Einheit im Geist herzustellen, damit wir Einheit denken können, ist der erste Ansatzpunkt.

    Als ich unterwegs nach einem misslungenen Abend mal wieder in Trennungslust Gott fragte, was ich nun tun sollte, da fiel mir an der Hauswand gegenüber dieses Schild plötzlich auf. Noch Fragen?

  2. Keine gegenseitigen Schuldzuweisungen und Versöhnung „bis der Arzt kommt“
    Keiner von uns ist ohne Sünde. Auch die Konfessionen untereinander nicht und keine Konfession gegenüber Gott, was die Spaltung angeht. Keiner ist besser als der Andere oder hat mehr Recht. Die Einheit steht im Vordergrund, die Unversehrtheit des Leibes Jesu. Denn ob nun Jesus nun auf dem Altar der Rechthaberei und Besserwisserei, der eigenen Überzeugungen, liebgewordener Traditionen, des Fanatismus, des Konkurrenzdenkens, eines drohenden Imageverlustes, der Macht oder was auch immer geopfert wurde: Fakt ist, dass sein Leib durch die Christenheit selbst gespalten wurde. Die Kreuzigung hat offensichtlich nicht gereicht.
    1. Johannes (Einheitsübersetzung): 7 Wenn wir aber im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde. 8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. 10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.
    Aus irgendeinem Grunde hat es im entscheidenden Moment an Versöhnung gefehlt, zu der uns Jesus uns aufgerufen hat. Matthäus 5: 23 Wenn du zum Altar gehst, um Gott deine Gabe zu bringen, und dort fällt dir ein, dass dein Bruder oder deine Schwester etwas gegen dich hat, 24 dann lass deine Gabe vor dem Altar liegen, geh zuerst hin und söhne dich aus. Danach komm und bring Gott dein Opfer. Danach begeht eigentlich keiner eine gültige Eucharistie.
    Da wir aber alle Sünder im Bezug auf die Einheit sind und uns schuldig gemacht haben,  kann keiner keinem etwas vorwerfen und sollte es nach dem Gleichnis vom hartherzigen Schuldner auch nicht. Manchmal würden wir das gern, vor allem wenn wir umgekehrt sind und endlich mal ein paar Sachen richtig machen, denn … die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche. Ein solches Verhalten entspricht dem Pharisäer in Lukas 18, 9 – 14. Jesus hat uns eine deutliche Spur hinterlassen.
    Das Einzige, was mir in Konflikt-Fällen mit Trennungslust bleibt, das ist: „Lieber Gott, ich habe wirklich gar keine Ahnung, wie ich mit dieser Situation klar kommen oder was ich tun soll, aber Du weißt es. Bitte zeige mir doch wie! Bitte versöhne uns!“ Und dann so lange weiterbeten und bitten, bis eine Lösung da ist.  Es gibt ein schönes Lied aus Taizé, dass man dann stundenlang singen kann: „Aber Du weißt den Weg für mich!“Gott zeigt sich mir als sehr erfinderisch, wenn es um solche Fragen geht. Mir schickt er oft am nächsten Tag einen Patienten vorbei, bei dem es dann genau um das Problem geht und ich vielleicht das ganze einmal aus genau der anderen Perspektive sehen und verstehen kann, ohne betroffen oder verletzt zu sein, sondern im Mitgefühl zu diesem Patienten.
    Wir können uns auch darüber klar sein, dass nicht der andere Mensch böse ist, sondern der, der von ihm in dem Moment Besitz ergriffen hat.  Davor ist keiner gefeit. Aber dieser Gedanke kann uns immer die Tür zur Vergebung öffnen. Wer das Lied singt, „Christus dein Licht verklärt unsre Schatten, lasse nicht zu, daß das Dunkel zu uns spricht.“ kann vielleicht nach einer Weile dieses Bild sehen.
  3. Selbstversöhnung
    Was mir auch als ein entscheidend wichtiger Schritt vorkam, das war die Versöhnung mit mir selbst. Wie viele Menschen litt ich unter Selbsthass und wurde erlöst. In diesem Zusammenhang sehe ich auch hier die Versöhnung der Kirchen mit sich selbst und mit Gott. Wieder individuell und kollektiv.  Alles, was in uns selbst versöhnt ist, das tragen wir auch keinem Anderen nach, das trennt uns nicht vom Anderen. Mir wurde dabei klar, dass Gott diese Versöhnung herbeiführt. Wir brauchen ihn nur darum zu bitten.
  4. Vertrauen – Fürchtet Euch nicht!
    In einer Vision sah ich „Gottvertrauen und Glauben“ als einen tropischen Regenwald in all seiner grünen, glitzernden Fülle. Mit Tieren und mit Blüten, frühlingshaft warm und wunderschön. Und es gibt zwei Möglichkeiten, durch diesen Urwald zu laufen: voller Angst vor den Schlangen und sonstigem Getier, Angst vor Angriffen, die hinter jedem Baum lauern könnten oder voller Freude über die Blüten und die bunten Vögel, dem faszinierenden Klang lauschend, und über all das Wundervolle und Überraschende, was man hier zu sehen bekommt. Wenn wir Gottvertrauen haben, dann lauert nicht hinter jeder Ecke etwas Schreckliches, sondern etwas Freundliches oder etwas Schönes. Bauen wir unseren Ängsten keinen Tempel. In der heiteren Erwartung des Guten, das uns die Einheit bringen wird, sollten wir uns nicht vorab Sorgen machen und in der Einheit mit einen Dschungel voller Gefahren rechnen.  Wir werden es nicht allein tun, so wie es uns jetzt oft scheint. Mit der Einheit erfüllen wir den Willen Gottes und unterstellen uns ihm wieder. Haben wir denn etwas zu verlieren oder alles zu gewinnen? Rechnen wir mit der Schlange (Satan) statt des Fisches (Jesus), mit dem Skorpion statt des Eis? Ja, in Gott liegt Gnade, Fülle und Großzügigkeit, damit dürfen wir rechnen.
  5. Bedingungslosigkeit und Vorbehaltlosigkeit
    Papst Benedikt XIV. hat im letzten Jahr noch einmal die Anerkennung der Primatsfrage durch die anderen Konfessionen als Vorbedingung für die Einheit gestellt. Und andere Konfessionen stellen andere Bedingungen. Es geht aber offensichtlich um den bedingungslosen, vorbehaltlosen Entschluss zur Einheit. Wer weiß denn schon, was dran ist, wenn Gott die Einheit wieder hergestellt hat? Es könnte sich um den Moment der Wiederkehr des Herrn auf unsere Erde handeln, die er selbst angekündigt hat in Matthäus 24. Dann bräuchten wir z.B. keinen Papst.  In keiner Ehe und auch bei Taufe und Firmung weiß man nicht vorher, worauf man sich einlässt. Das Sakrament der Ehe ist bedingungslos, ansonsten ist es nichtig. „Lass Dein Leben sich entfalten!“ Das war mir eines der größten Lehrstücke beim Pilgern. Kontrolle aufgeben. Wir sind eh nicht in der Lage, die Dinge zu kontrollieren. Das kostet gewaltige Kraft, die uns sonst für das Gute fehlt.
    Und es hat es auch schon gegeben, dass Gott einem Menschen mit einem Amt die Gnade entzogen hat und einen anderen Menschen erwählt hat wie bei Saul und David. Und wenn wir die Geschichte der Königsernennung erinnern, dann wollte Gott das eigentlich sowieso nicht (1. Samuel 8). Dasselbe finden wir auch in der Offenbarung im Kapitel 21. Für mich gibt es da durchaus Ungereimtheiten, denn ich finde nichts von einer Nachfolgeregel für Petrus als Wort Jesu. Aber dies ist nur ein – prominentes – Beispiel ich meine damit alle Vorbehalten und Vorbedingungen für die Einheit – es muss ein vorbehaltloses und bedingungsloses „Ja, mit Gottes Hilfe“ werden. Wie soll allein Gottes Wille geschehen, wenn wir selbst Bedingungen und Vorbehalten stellen?
    Und was werden wir dann ohne unsere Bedingungen und Regeln und Regelungen? Wir werden dann im Chaos versinken? Keine Angst! Da sind wir ja schon!
  6. Gott will immer das Beste für uns! Hör nicht auf zu träumen von einer besseren Welt!
    Nach meiner Erfahrung will Gott immer das Beste für uns, die zweitbeste Lösung scheint mir nicht in seinem Sinne zu sein. Daher „stupst“ er uns immer wieder an, damit wir eine gute Lösung finden und auch uns selbst entwickeln. Er will z.B., dass wir unsere Ängste verlieren, liebevoller handeln, barmherzig sind, besser mit uns selbst und anderen umgehen, auf das Ganze achten. Dass wir reichlich haben an Glaube, Liebe und Hoffnung. An einem dunklen Tag, an dem ich besonders zweifelte, hörte ich das Lied „Bitte hör nicht auf zu träumen von einer besseren Welt, fangen wir an aufzuräumen!“. Gibt es eine bessere Lösung? Warum sie nicht umgehend anstreben…Gibt es einen besseren Weg? Warum ihn nicht gehen?
  7. Liebst Du Jesus Christus?
    Die entscheidende Frage zur Wiedervereinigung scheint mir aber weiterhin die Frage zu sein: Liebst Du ihn? Und wer Jesus liebt, der wird ihn nicht mehr in seinem
    geteilten Leib belassen wollen. Liebst Du also Jesus Christus oder liebst Du die Organisation (für die Kleriker) bzw. die Konfession (für die Laien), der Du angehörst? Was ist Dir wichtiger? Was ist wichtiger? Form oder Inhalt? Die Konfession ist die Form, Jesus Christus der Inhalt. Ich finde: Keine Konfession ist so wichtig wie Jesus Christus und seine Unversehrtheit und die Einheit seines Leibes! Und ich finde es tatsächlich dringend und an der Zeit, diese Einheit der Christen herzustellen und nicht im „Winter der Einheit“ (Bezeichnung von Kardinal Kasper bei seinem Vortrag in Berlin) zu verharren.
  8. Die Einheit der Christen - die Perle im AckerWenn man keine Alternative hat…
    In der „Pilgerherberge im Alltag“ hielten Jana und Kerstin Hoffmann einen Vortrag über ihr Wandern und Pilgern in Norwegen. Ihr Weg war wirklich schwierig gewesen. Sie zeigten ein Bild, da mussten sie mit schwerem Rucksack an einem schmalen Überstand direkt an einer Felswand sich entlang hangeln, um endlich nach 10 Stunden Wanderung in der Hütte anzukommen. Wir fragten sie, wie sie das bewältigt hatten. Jana sagte: „Außer der Hütte gab es kilometerweit nichts. Wir hatten keine Alternative. Ich habe dort die Erfahrung gemacht: Wenn man keine Alternative hat, dann entwickelt man eine große Kraft zur Bewältigung des Weges, der gerade vor einem liegt!“ Danke Jana! So ist es. Es gibt keine Alternative zur Wiedervereinigung der Christen, keinen Plan B.   Gott wird uns diese Kraft schenken – da glaub ich fest dran! Die Wiedervereinigung der Konfessionen ist die „Perle im Acker“. Wir sollten alles darauf setzen. Es ist Jesus ausdrücklicher Wunsch.
  9. Weil es sich bewährt hat…
    In einem Gespräch mit einem Bekannten über Männer und Frauen im Zusammenhang mit einer Flut von Trennungen in unserer gemeinsamen Umgebung stellte dieser mir die Scherzfrage: „Warum unterdrücken die Männer seit 5000 Jahren die Frauen?“ Antwort: „Weil es sich für sie bewährt hat!“ Was aber nicht heißt, dass diese Unterdrückung für alle Beteiligten/Betroffenen sinnvoll, lebensfördernd, liebevoll, gerecht, fair, wertschätzend, gesund und gottgewollt ist. Traditionen mögen ihren Sinn haben, sicherlich für einige, sicherlich immer für die Mächtigen, aber sie dürfen auch auf Allgemeingültigkeit mit den im letzten Satz benannten Qualitäten hinterfragt werden. Was sollte man also mit den Traditionen tun, die dem nicht standhalten? Wohlgemerkt: Ich stelle Traditionen in Frage, keine Gebote, nicht das Wort. Jesus spricht, man soll neuen Wein nicht in alte Schläuche füllen, sondern neuen Wein in neue Schläuche. Der Schlauch, d.h. die Form ist nicht das Entscheidende. Formen dürfen verändert werden. Das Problem von altem Wein ist zudem, dass er ja irgendwann ausgetrunken ist. Wer am alten Wein und damit den alten Schläuchen festhält, hat irgendwann nichts mehr. Beispiel: der Priestermangel in der katholischen Kirche. Neuer Wein wächst immer nach, das ist der Weg des Lebens. Daher meine ich, dass Traditionen kein Grund sein dürften, auf einer Fortsetzung der Trennung zu beharren. Und wenn man sich den Mann-Frau-Diskurs ansieht z.B. dann hat Petrus in der Apostelgeschichte Gottes Wort durch den Propheten Joel zitiert: 2,18 Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen, gieße ich zu jener Zeit meinen Geist aus und sie werden als Propheten reden.“ Welcher Mensch wollte da noch einen Unterschied machen? Aber dies ist nur ein Teil und ich will hier keine spezielle Betonung auf den Feminismus legen, es gibt viele dieser Themen.
  10. Es kann auch schnell gehen!
    Der Auszug der Israeliten aus Ägypten von immerhin 600.000 Menschen wurde innerhalb weniger Tage vorbereitet. Die Einheit Deutschlands wurde innerhalb eines Jahres nach dem Fall der Mauer realisiert. Der Weg ins gelobte Land dauerte dann etwas länger und enthielt noch einige Lektionen. Doch die hätte man in den Häusern Ägyptens nicht erlernen können. Bis alle Verwaltungsprozesse in Deutschland angeglichen, alle Brücken wieder überquerbar waren, alles Trennende beseitigt war – vor allem in den Köpfen – hat es seine Zeit gedauert. Ohne die Wiedervereinigung vorher wäre es gar nicht möglich gewesen. Die Wiedervereinigung steht am Anfang und dann kommt der Wandel. Gott wird vor uns herwandeln und uns dabei verwandeln.

Die Vision

Ich hatte vor kurzem eine Vision, wie die Einheit der Christen wieder hergestellt werden kann. Alle Konfessionen dieser Welt feiern zu einer Stunde eine Abendmahlsmesse.  In dieser Messe werden in einer weltweit vereinbarten Minute (wir haben inzwischen die technischen Mittel dafür) der Gemeinde die Frage gestellt: „Wollt Ihr die Einheit der gesamten Christenheit, in guten wie in schlechten Tagen, ohne Bedingungen und Vorbehalte, von jetzt an bis in alle Ewigkeit, so sprecht „Ja, mit Gottes Hilfe!““ Und die Gemeinde antwortet darauf „Ja, mit Gottes Hilfe!“ Und dann ein gemeinsames Bittgebet: „Lieber Gott, bitte versöhne jetzt die gesamte Christenheit miteinander und mit Dir und schenke ihr Einheit nach Deinem Willen!“  Das anschließende Abendmahl wird allen ohne Ausschluss gewährt in beiden Gestalten. Es ist organisierbar. Ich glaube ganz fest daran, dass Gott darauf reagieren wird und es kann tatsächlich heute niemand ahnen oder nur abschätzen, was dann passieren wird. Ich bin auf ein großes, ein riesengroßes Wunder gefasst. Das Datum? Heiligabend 2012. Wie wichtig für alle Christen eine Beteiligung an diesem Vorhaben ist, dazu wurde mir des Gleichnisses von den rechten Gästen (Lukas 18, 16 – 24) aufgezeigt.

Nada me separará – nichts wird mich trennen!

Pilgern für die Einheit der Christen – Himmelfahrt 2011

5 Jun

27. Mai 2011 – 5. Juni 2011

Von der Wartburg/Eisenach

über Fulda

zum Kloster Kreuzberg

Die Idee zu diesem Pilgerweg

5 Jun

Von Gabriele

2009 vor dem Gebäude mit Luthers Schreibstube auf der Wartburg

Die Idee zu diesem Pilgerweg entstand im August 2009, als ich diese Strecke das erste Mal pilgerte. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nach Rom pilgern, hatte mir zum Jahresanfang ganz viele Bilder zu einem Visionsboard zusammengestellt. Leider hat es mit Rom in dem Jahr aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert, aber ich wollte auf jeden Fall mindestens eine Woche pilgern. So nahm ich mir einige der schönsten Bilder der Strecke heraus: Die Wartburg und die Rhön. Das war auch nicht so weit weg. Ich hatte anlässlich eines meiner Pilgervorträge einen Führer vom Ökumenischen Pilgerweg geschenkt bekommen und im Internet hatte ich eine Beschreibung des Rhön-Jakobsweges ab Fulda gefunden. Die Strecke zwischen Vacha und Fulda sollte markiert sein, das müsste ja zu finden sein. In der Woche vor Maria Himmelfahrt brach ich auf, um dann zu an diesem besonderen Tag wieder in Fulda zu sein und von dort aus abzureisen. Ich hatte eine wirklich wundervolle Woche. Parallel betete ich auf diesem Weg auf Bitte unseres Kaplans für eine Versammlung der christlichen Gemeinschaft Chemin Neuf, die sich für die Einheit unter den Christen einsetzt.

Als ich kurz vor Vacha im Freien übernachtete, kam mir die Idee zu dieser gemeinsamen Pilgerreise für die Einheit der Christen unter der Betrachtung der deutschen Wiedervereinigung, und ich schrieb dort meine Ideen den ganzen Abend auf. Mit Eisenach und der Wartburg boten sich uns geschichtsträchtige evangelische Orte für einen eindrucksvollen Anfang. In Vacha und in Point Alpha hätten wir Berührung mit der Geschichte der deutsch/deutschen Wiedervereinigung. Das Kloster Hünfeld, der Dom in Fulda und das Kloster Kreuzberg waren mir als ebenso geschichtsträchtige katholische Erfahrungsorte in Erinnerung.

Ein paar Eindrücke und Erlebnisse dieser Pilgerreise habe ich hier geschildert:

Eindrücke auf dem Weg von Vacha nach Hünfeld

Aufgrund meiner 6-wöchigen Pilgerreise im Heiligen Jahr 2010 nach Santiago de Compostela war dieser Weg erst in 2011 mit voller Aufmerksamkeit zu realisieren, obwohl natürlich das 20-jährige Jubiläum der Deutschen Wiedervereinigung ein schönes Datum gewesen wäre.

Da ich  durch meinen Kirchenaustritt mit 23 Jahren die Auswirkungen einer Kirchen-Trennung allein auf mein eigenen Lebens intensiv erfahren konnte, kann ich mir die Auswirkungen der großen Kirchen-Spaltungen vorstellen als einen gewaltigen Bruch für Milliarden sowohl auf die Christenheit wie auch die Menschheit über die Zeit. Selbst habe ich in dieser Beziehung Schuld auf mich geladen, dies hier mag ein Teil meiner Buße geworden sein.

Von Renate

Heute bin ich 61 Jahre am Leben,und fühle, nun bin ich auf meinem Lebensweg angekommen. Als ich Anfang 20 war, bemerkte ich bereits,dass mehr in meiner Brust schlägt, nicht mein Herz, sondern so viel mehr. Liebe, Freude, Mitgefühl und Empfindungen und Fragen,die ich mit Worten nicht benennen konnte und heute immer noch nicht kann. Damit lebt man dann mehr recht als schlecht,immer irgendwie auf der Suche, ein bisschen wie in zwei Welten. Es fehlten mir die richtigen Lehrer und der Austausch mit anderen Menschen. Also steht man dann alleine da, „damit“ ja womit,das ist hier die Frage. Endlich fand ich Gabriele, die meinen erweckten Wunsch „Pilgern zu gehen“ verstand und ein Forum „Pilgerherberge im Alltag“ in Berlin gründete. Toll dachte ich,endlich habe ich etwas gefunden,mein Herz öffnete sich. Ich fand dort Menschen,die mir vollkommen fremd waren,aber trotzdem sehr nahe. Es waren erst einmal nur Gesichter aber schon bald Persönlichkeiten. Ich war begeistert und sofort motiviert,als ich von dieser Pilgerreise erfuhr. Nur eine ganz böse Krankheit hätte mich von meinem Vorhaben,daran teilzunehmen, abhalten können. Wieder stellte ich mir die Frage, warum pilgern, was treibt mich? Ich ging voller Vorfreude und Neugierde in dieses Abenteuer.

Die Himmelfahrts-Einladung

5 Jun

Von Gabriele

Mit diesem Text haben wir über Flyer, die Webseite der Berliner Pilgerherberge im Alltag und in verschiedenen Pilgerforen zur Pilgerreise eingeladen. Anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen habe ich den Flyer auch an die Berliner Landespröpstin Frau von Kirchbach und den Berliner Weihbischof Herrn Matthias Heinrich übergeben:

Christen mit Einheitswunsch zum Mitpilgern gesucht!

Die Einheit der Christen liegt uns am Herzen. Für die Woche rund um Himmelfahrt (27. Mai bis 5. Juni 2011) bieten wir für 10 Mitpilger eine gemeinsame Pilgerwanderung an.

Geschichtsträchtige Wege…möchten wir mit Euch pilgern. Drei große Themen finden sich auf diesem Weg wieder. Sie heißen: Einheit, Friede und Befreiung. In Eisenach war 1925 der 1. Ökumenische Gottesdienst in Deutschland.

Hier war Luthers Schreibstube

Auf dem Ökumenischen Pilgerweg beginnen wir unsere Wanderung in Eisenach in der Kirche und steigen dann zur Wartburg auf. Hier lebten zwei weltweit bekannte Christen. Zum Einen übersetzte hier Martin Luther als Junker Jörg die Bibel ins Deutsche. Er war der Stein des Anstoßes, aus dem die Kirchenspaltung hervor­ging. Was forderte Luther? Was trennt uns noch so, dass Einheit nicht möglich ist? Und was war der Stein des Anstoßes für den Sozialismus und die deutsche Teilung? Gibt es Parallelen?

Auf der Wartburg lebte auch Elisabeth von Thüringen, die als Fürstin ihr Leben der Barm­herzigkeit Christi verschrieben hatte und die Armut, Einfachheit und Gleichheit zu leben liebte. Was kann sie uns auf den Weg mitgeben?

Hinter Eisenach verläuft der Pilgerweg auf dem bekannten und wunderschönen Wanderweg „Rennsteig“ und dem„Napoleonsweg“ über Oberellen nach Vacha. Diese Stadt war lange ein deutliches Schaubild der deutschen Spaltung. Heute verbindet sie nach der friedvollen Wieder­vereini­gung mit der Brücke der Einheit Ost und West. Und vielleicht erfahren wir hier Einheit und Friede mit unserem Nächsten? Und wie mag die Brücke zur christlichen Ökumene aussieht?

Jakob(u)sweg hinter Vacha

Auf dem Rhön-Jakobsweg… geht es ab Vacha weiter. In Vacha lebte einst der Serviten-Mönch Herrman König, der schon 1495 einen Pilgerführer nach Santiago de Compostela verfasste: „Die walfart und straß zu sant Jacob“. Das schenkt uns einen würdigen Einstieg in unseren Jakobsweg hier. Was gibt er uns mit?

Zunächst bleiben wir in Thüringen und durchqueren die raue Rhön über Bremen nach Geisa, einst die westlichste Stadt des Ostblocks. Von hier aus steigen wir auf zum Point Alpha, erstgeborenen Bruder vom Checkpoint Charlie in Berlin, wo wir uns nochmals Trennung und Einheit, aber auch der Ausstellung Freiheiten! und Hoffnung mit den hiesigen Kreuzweg stellen können.

Oblatenkloster in Hünfeld

Wir überschreiten die ehemalige Grenze, auch die vom evangelischen zum katholischen Land. In Hünfeld kehren wir im Kloster ein, in dessen Garten ein Labyrinth unseren kreativen Geist anregen kann und wir Ruhe finden.

Der Hohe Dom zu Fulda

Fulda… ist die nächste Station unserer Pilgerreise. Hier gründete der heilige Bonifatius ein Kloster, das direkt dem Papst und keinem deutschen Bischof unterstand. Der Dom St. Salvator lädt uns am Himmelfahrtstag zur Heiligen Messe ein. Wir verlassen Fulda in Richtung Süden und finden hinter Welkers den Steinhauck mit einer Rosenkranztreppe. Pilgern heißt Beten mit den Füßen, hier im Rhythmus des Mariengebetes. Über Büchenberg, Thalau, Gichenbach und Rommers erreichen wir mit einem Aufstieg auf 1148 m Höhe die Schweden­schanze, von dort aus geht es über Oberweißen­brunn zum Franziskaner-Kloster Kreuzberg, der letzten Station unserer Pilgerreise bergauf. Beim Armuts­orden des Franz von Assisi und an der Kalvarie auf dem Kreuzberg, dem Ort wahrer Befreiung und Einheit, klingt unser Weg aus.

Kalvarie auf dem Kreuzberg in der Rhön

Organisatorisches

Die Pilgerwanderung beginnt am Freitag, den 27. Mai in Eisenach, individuelle Anreise bis 18.30 Uhr und endet am 5. Juni im Kloster Kreuzberg. Bei Bedarf kann eine Gruppenreise mit der Bahn organisiert werden. Unsere Pilgerstrecke beträgt ca. 150 km, durchschnittlich ca. 21 am Tag.

Die Übernachtungen werden nach Pilgermanier so preisgünstig wie möglich gestaltet. Der Ge­samt­preis für alle Übernachtungen beträgt ca. 110 €, die an die einzelnen Gastgeber zu zahlen sind. Schlafsack und Isomatte müssen daher mitgenommen werden. Teilweise ist das Frühstück in der Über­nachtung enthalten. Die Verpflegung gestaltet jeder indivi­duell, wobei wir, wo immer dies mög­lich ist, gemeinsam einkaufen, die Verpfle­gung trans­por­tieren, sie teilen und kochen. So kann jeder selbst dafür sorgen, dass er bekommt, was er braucht.

Die gesamte Reise funktioniert nach dem Prinzip, dass wir die Pilgerreise organisieren, jedoch nicht im Sinne einer Reiseleitung oder eines kommerziellen Angebots. Die Wegstrecke ver­läuft auf markierten Pilgerwegen, doch ein jeder bleibt für sich verantwortlich, eine Haftung von unserer Seite ist ausgeschlossen. Wir sammeln für die Übernachtungen das Geld ein, damit die jeweiligen Vermieter es leichter haben.

Die geistigen Inhalte der Pilgerwanderung leiten wir an, sie sind freiwillig, und jeder entscheidet selbst  über das Maß seiner eigenen Beteiligung. Jeder ist darüberhinaus angefragt, selbst mit seinen Inspirationen und Ideen beizutragen. Als Ergebnis ist über unsere gemeinsame Hinwendung zu Gott für die Einheit der Christen auch eine gemeinsame Dokumentation geplant.

Gebete zur Vorbereitung

5 Jun

Mit diesen Gebeten haben wir uns vorbereitet:

Bitte um Einheit an den Heiligen Geist nach einem Gebet des Heiligen Augustinus

Atme in mir, Du Heiliger Geist,
damit ich Einheit spüre

Handle in mir, Du Heiliger Geist,
damit ich Einheit erfahre,

Verlocke mich, Du Heiliger Geist,
damit ich Einheit liebe,

Stärke mich, Du Heiliger Geist,
damit ich Einheit erkenne,

Hüte mich, Du Heiliger Geist,
damit ich Einheit bewahre,

Erfülle mich, Du Heiliger Geist,
damit ich Einheit lebe.

Und das fand ich in meinem Gotteslob drei Wochen vor der Pilgerreise:

Heiliger Geist, Du Geist der Einheit!

Schenke uns die Erfahrung der Einheit mit dem dreifaltigen Gott.

Zeige uns Wege zur Einheit der immer noch gespaltenen Christenheit.

Versöhne unsere Zerrissenheit zur Einheit im Mit- und Füreinander.

Hilf uns aufzubrechen in jene große Einheit, die die Menschheit aller Orte und aller Zeiten umfasst.

Amen.

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